QUARTALSTHEMA: BESTÄNDIGE GLAUBENSÜBERZEUGUNGEN (Dezember 2025 – Februar 2026)
Einheit III: Die Gemeinde und ihre Lehren
10. Taufe und Abendmahl (Lektion 2 von 4)
Tagesandachten von Steve Osborn
SONNTAG, 1. Februar 2026: Exodus/ 2. Mose 14:21-31
Gott rettete Israel sowohl vor als auch durch die Wasser des Schilfmeeres. Es ist leicht, dieses Ereignis zu betrachten und zu fragen: „Warum?“ Warum mussten die ägyptischen Soldaten sterben? Gab es keinen anderen Weg für Israels Befreiung? Vielleicht. Doch Gott hat eine Sichtweise, die wir nie ganz verstehen werden. Entscheidend war die Reaktion der Israeliten: Sie fürchteten den HERRN und glaubten an Ihn (Vers 31). Jahrhundertelang erinnerten sie sich an dieses Ereignis, um einander zu versichern, dass Gott sie beschützt. Wenn Dinge geschehen, die man nicht versteht, ist es in Ordnung zu fragen: „Warum?“, aber eure letztendliche Reaktion sollte sein, Gott für Seine Rettung zu danken, Ihn von ganzem Herzen zu fürchten und Ihm zu vertrauen.
MONTAG, 2. Februar 2026: Römer 6:1-14
Ich kann mir als Pastor keine freudigere Erfahrung vorstellen, als Menschen dabei zu helfen, ihren Glauben durch die Taufe öffentlich zu bekennen. Manche sagen, die Taufe sei nur symbolisch – eine Reinigung, die zu neuem Leben führt – und das stimmt sicherlich. Als Mitglieder der Southern Baptist Convention (USA) lehnen wir es ab zu sagen, dass die Taufe uns rettet, denn wir wissen, dass wir aus Gnade durch den Glauben gerettet werden, nicht durch Werke. Doch ist es möglich, einen Mittelweg zu finden? Paulus deutete hier an, dass etwas Kraftvolles geschieht, wenn wir getauft werden: Wir werden mit Christus in Seinem Tod und Seiner Auferstehung vereint; wir werden zu neuem Leben erweckt und können in Gerechtigkeit leben. Feiere Gottes mächtiges Geschenk des neuen Lebens jedes Mal, wenn du eine Taufe miterlebst.
DIENSTAG, 3. Februar 2026: Exodus/ 2. Mose 16:13-16, 31
Gott ist gnädig in Seiner Versorgung – selbst wenn Er uns gibt, was wir brauchen, anstatt was wir wollen. Sechs Wochen nach dem Auszug aus Ägypten begannen die Israeliten zu klagen, dass sie nichts zu essen hätten. Sie dachten, die Rückkehr in die Sklaverei wäre besser, als Gott ins Gelobte Land zu folgen. Wenigstens könnten sie dann an den Fleischtöpfen sitzen und sich mit Brot vollstopfen (Vers 16). Ich hätte gesagt: „Na schön, dann geht zurück nach Ägypten.“ Doch Gott schenkte ihnen geduldig und auf wundersame Weise Wachteln und Brot vom Himmel. Wie oft beklagen wir uns über das, was wir nicht haben, anstatt Gott für Seine gnädige Versorgung zu danken?
MITTWOCH, 4. Februar 2026: Johannes 6:28-40
Was macht Brot so unwiderstehlich? Als Diabetiker muss ich meinen Brotkonsum einschränken, was mir gar nicht so leicht fällt. Der hefige Geschmack, der Duft beim Backen, die Vielfalt an Formen und Sorten – all das trägt dazu bei, dass Brot ein köstlicher Bestandteil unserer Ernährung ist. Kein Wunder, dass Brot mit der grundlegenden Lebensgrundlage in Verbindung gebracht wird. Jesus erkannte dies, als die Menge, welche die Speisung der 5000 miterlebt hatte, Ihn um ein weiteres Brotwunder bat. Er offenbarte ihnen, dass Er das Brot des Lebens sei, „das vom Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt.“ (Vers 33) Was braucht es, damit wir lernen, uns nach dem Brot des Lebens genauso zu sehnen wie nach dem Brot der Welt?
DONNERSTAG, 5. Februar 2026: Genesis/ 1. Mose 14:14-20
Wann ist eine Mahlzeit mehr als nur ein Essen? Ich denke da an bestimmte Feiertage – wie Thanksgiving (Erntedank) hier in den USA –, bei denen das Zusammensein mit Familie und Freunden mehr im Zeichen des Feierns als des Essens steht. Das Brot und der Wein, die Melchisedek mit Abram teilte (Vers 18), mögen auf den ersten Blick wie eine einfache Mahlzeit erscheinen. Doch im Zusammenhang mit Melchisedeks Segen erkennen wir auch Gottes Fürsorge für Abram und den Bund, der zwischen Abram und diesem Priester-König geschlossen wurde. Angesichts der Verbindung zwischen Melchisedek und dem Messias können wir im Brot und Wein auch eine Vorwegnahme des Abendmahls erkennen. Wenn ihr das nächste Mal das Abendmahl feiert, dankt Gott für Seine Fürsorge und Seinen Bund.
FREITAG, 6. Februar 2026: Matthäus 3:13-17
Jesus kam zu Johannes und bestand auf der Taufe, nicht etwa, weil Er Buße tun oder von Sünden gereinigt werden musste, sondern um „alle Gerechtigkeit zu erfüllen.“ (Vers 15) Es war ein wichtiger Meilenstein im Wirken Jesu und eine Gelegenheit für Gott, öffentlich zu verkünden: „Dies ist mein geliebter Sohn.“ (Vers 17) Sie diente auch als Vorbild für alle, die ihm nachfolgen würden. Die Taufe ist ein wichtiges Zeichen und Siegel des Neuen Bundes. Durch sie identifizieren wir uns nicht nur mit dem Tod und der Auferstehung unseres Erlösers, sondern werden auch an den Bund erinnert, den Gott mit uns geschlossen hat, um auch uns zu Seinen geliebten Söhnen und Töchtern zu machen.
SABBAT, 7. Februar 2026: 1. Korinther 11:23-29
Der Geschmack und der Duft einer Mahlzeit können starke Erinnerungen wecken. So versetzt mich beispielsweise der Genuss köstlicher Meeresfrüchte mit Pastanudeln sofort zurück in meine Flitterwochen und an die Freude, eines unserer ersten gemeinsamen Mahlzeiten als Ehepaar zu teilen. Jesus gab uns das Abendmahl, um uns an Sein Leben und Seinen Tod zu erinnern. Wenn du den Duft des Brotes und des Kelches genießt, das Brot auf deiner Zunge zergehen lässt und dein Spiegelbild im Kelch betrachtest, erinnerst du dich lebhaft an den Preis, der für unsere Erlösung bezahlt wurde, und „verkünde(s)t den Tod des HERRN, bis Er kommt.“ (Vers 26)
BIBELSTELLEN:
Studientexte: Matthäus 3:13-17; 28:19-20; 1. Korinther 11:23-29
weiterführende Texte: Römer 6:1-14
Andachtstext: Johannes 1:29-34
Merkvers:
„So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt!“ (Matthäus 28:19-20)
KERNINHALT:
Menschen suchen nach einer stärkenden und stabilisierenden Kraft für ihren Lebensweg. Was gibt unserem Leben und unserer Arbeit Kraft und Freude? Christus gab der Gemeinde Taufe und Abendmahl als wesentliches Heilswerk für ihre Mission und Glaubenszeugnis.
FRAGEN ZUM TEXTSTUDIUM:
- Warum bestand Jesus, der sündlos war, darauf, von Johannes getauft zu werden (Matthäus 3:15)? Was bedeutet der Ausdruck „um alle Gerechtigkeit zu erfüllen“ in diesem Zusammenhang?
- Welche Bedeutung hatte das Herabkommen des Heiligen Geistes wie eine Taube und die Stimme vom Himmel (Verse 16-17)? Wie bestätigte dies Jesu Identität und Auftrag? Inwiefern deutete Jesu Taufe auf Seinen Tod, Seine Auferstehung und die Beauftragung Seiner Nachfolger hin (vgl. Lukas 12:50; Römer 6:3-4)?
- Warum wurde die Taufe als zentraler Akt der Jüngerschaft im Missionsbefehl (Matthäus 28:19-20) erwähnt? Was bedeutet es, „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ getauft zu werden? Inwiefern dient die Taufe sowohl als persönliches Bekenntnis als auch als öffentliches Zeugnis des Glaubens an Christus?
- Was bedeuten Jesu Worte „Dies ist mein Leib“ und „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut“ (1. Korinther 11:24-25)? Was bedeutet es, „den Tod des HERRN zu verkünden, bis Er kommt“ (Vers 26)? Wie kann das Gedenken an Christi Opfer im Abendmahl die Einheit und den Auftrag der Gemeinde stärken?
- Welche Haltungen oder Gewohnheiten müssten wir ändern, um Taufe und Abendmahl mit tieferer Ehrfurcht und Dankbarkeit zu begegnen? Wie kann die Ausübung dieser heiligen Handlungen unsere Mission und unser Zeugnis in der heutigen Welt stärken?
VERSTEHEN UND AUSLEBEN von Norman Fearon
DIE TAUFE ALS VORBILD
Seit meiner Taufe und Beitritt zur Gemeinde ist es mir eine Freude, andere bei ihrer Taufe zu begleiten. Im Jahr 2025 taufte ich fünf Menschen in zwei Gottesdiensten. Beide Male verliefen die Bedingungen nicht optimal. In einem Gottesdienst war mir das Wasser zu kalt, im anderen regnete es in Strömen. Ich zitterte ein wenig, als ich aus dem Wasser stieg, aber am Ende empfand ich große Zufriedenheit, weil fünf Menschen öffentlich bekannt hatten, Jesus als ihren Retter anzunehmen. Die Taufe ist kein von Menschen gemachter Brauch, der von der Gemeinde praktiziert wird; sie vielmehr ist sie ein Gebot Jesu, dem die Gemeinde folgen soll.
Zu Beginn Seines Wirkens ließ sich Jesus taufen, um der zukünftigen Gemeinde ein Vorbild zu geben. Johannes’ Reaktion lässt deutlich erkennen, dass Jesu Taufe keine Sühne für begangene Sünden war (denn Er war sündlos). Johannes’ Zögern erscheint verständlich, da er es gewohnt war, die Taufe erst nach einem sichtbaren Zeichen der Reue zu vollziehen (Lukas 3:7-8). Ihm war jedoch nicht bewusst, was mit ihm geschah und wie weitreichend diese Handlung die Zukunft prägen würde. Jesus ermutigte ihn mit den Worten: „Lass es jetzt so geschehen; denn so müssen wir alle Gerechtigkeit erfüllen.“ (Matthäus 3:15) Daraufhin stimmte Johannes zu.
Obwohl Jesu Erscheinen am Jordan zur Taufe ungewöhnlich erschien, hatte Er die Unterstützung der anderen Mitglieder der Gottheit: „Da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und sich auf ihn setzen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel sprach: ‚Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.'“ (Verse 16-17) Wie oft haben wir uns gegen etwas gesträubt, das wir nicht verstehen, nur um dann zu erkennen, dass es Gottes Unterstützung hat? Wir brauchen die ständige Erinnerung daran, dass wir Gottes Wege ohne Unterscheidungsvermögen und ohne Seine Führung nicht verstehen können.
GEHT HIN UND TAUFT ANDERE
Jesus verbrachte etwa drei Jahre damit, Seine Jünger auszubilden, damit sie Seine Mission nach Seiner Himmelfahrt fortsetzen konnten. Nach ihrer Vorbereitung beauftragte Er sie, hinzugehen und andere zu Jüngern zu machen. Seine Anweisung war eindeutig: „Geht nun hin und macht alle Völker zu Jüngern, indem ihr sie tauft im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie lehrt, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ (Matthäus 28:19-20)
In Vers 19 sehen wir, dass die Jüngerschaft die Taufe einschließt. Obwohl Jahrhunderte seit der Erteilung dieses Gebots vergangen sind, ist die Taufe für die Gemeinde heute genauso wichtig wie damals. Die Taufe macht niemanden vollkommen und bewahrt auch niemanden vor Sünde; aber wir folgen dieser Praxis, weil Jesus, das Haupt der Gemeinde, es uns geboten hat.
Siebenten Tags Baptisten stehen an der Seite anderer Gemeinden, welche die Glaubenstaufe durch Untertauchen praktizieren. Dies haben sie in ihre Glaubensgrundsätze aufgenommen (siehe https://siebententagsbaptisten.org/de/das-sind-wir/glaubensueberzeugungen-der-siebenten-tags-baptisten-international/ – dort Punkt 7: „Taufe“ für den vollständigen Text). Als Siebenten-Tags-Baptisten glauben wir, dass dieses Gebot bis zur Wiederkunft Jesu Christi befolgt werden soll.
DIE TAUFE UND IHRE SYMBOLIK
Es dauerte mehrere Jahre, bis ich endlich verstand, warum manche Dinge, wie die Taufe, für den Gläubigen und die Gemeinde so wichtig sind. Nachdem ich die Symbolik der Taufe verstanden hatte, begriff ich ihren Wert umso mehr. Paulus wollte den Gläubigen die Bedeutung der Taufe verdeutlichen, als er an die Gläubigen in Rom schrieb: „Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, auf seinen Tod getauft sind?“ (Römer 6:3)
Angesichts dieser Wahrheit sollte unsere Lebensweise anders sein als die aller anderen: „Wir sind also durch die Taufe mit ihm begraben worden zum Tod, damit, wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, auch wir in einem neuen Leben wandeln.“ (Römer 6:4) Wann immer die Frage nach der Taufe aufkommt, sollten wir überlegen, für was sie steht.
DIE WICHTIGSTE ERINNERUNG
Es mag uns überraschen, wenn wir Wichtiges vergessen oder Wertvolles weniger wertschätzen, als es verdient – nicht aber Gott. Jesus setzte das Abendmahl ein, das wir heute als solches kennen, während Er an einem anderen wichtigen Fest teilnahm – dem Passahfest. Seine Jünger wurden angewiesen, es zum Gedenken und zur Verkündigung zu feiern. Zunächst ist festzuhalten, dass es sich um eine Zusammenkunft nur für die Gläubigen handelte (also Jesus und Seine Jünger). Das Abendmahl ist ein ganz besonderer Moment im Leben der Gläubigen. Es ist ein inniger Augenblick, an dem nur die Heiligen sinnvollerweise teilhaben können.
Jedes Element des Abendmahls hilft uns, Jesu Leiden für uns tief zu begreifen. Erstens das Brot, das Jesu Leib symbolisiert, der große Schmerzen und Qualen erlitt, damit wir der ewigen Verdammnis der Hölle entgehen konnten. Zweitens der Wein, der das Blut symbolisiert, das für unsere Erlösung vergossen wurde. Worte scheinen unzureichend, um die Qualen zu beschreiben, die der Erlöser ertragen musste, um uns zu retten. Doch es war notwendig, denn es gab keinen anderen Weg.
„Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut“ (1. Korinther 11:25) erinnert uns daran, dass ein Bund erst durch Blutvergießen gültig wird: „Denn nach dem Gesetz wird fast alles mit Blut gereinigt, und ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung der Sünden.“ (Hebräer 9:22) Das Abendmahl bewahrt uns nicht vor den Leiden des Lebens, aber es erinnert uns an die Hoffnung auf unseren wiederkommenden HERRN.
Jedes Mal, wenn wir das Abendmahl feiern, müssen wir darauf achten, dass es nicht dazu missbraucht wird, unsere selbstsüchtigen und sündigen Begierden zu befriedigen. Wir täten gut daran, die Warnung des Paulus an die Korinther (1. Korinther 11:27-29) zu beherzigen und ihm den gebührenden hohen Stellenwert einzuräumen.
HINWEISE FÜR SABBATSCHULHELFER
LERNZIELE:
- Erkenntnis gewinnen: Untersucht die zentrale Rolle der Taufe und des Abendmahls im christlichen Glauben
- Liebe üben: Entdeckt die eigene Identität als von Gott geliebter Mensch, an dem Gott Wohlgefallen hat
- Dienen: Bringt die Gute Nachricht von Jesus denen, welche geistlich, wirtschaftlich oder sozial in Not sind
UNTERRICHTSAKTIVITÄTEN
Erörtert gemeinsam, welche Bedeutung Symbole des Alltags über ihr bloßes Aussehen hinaus haben. Wie dienen Taufe und Abendmahl als Symbole, die Glauben, Identität und Gemeinschaft vermitteln? Übt anschließend, Glaubenspraktiken anderen verständlich zu erklären. Gebt den Sabbatschulteilnehmern paarweise folgendes Szenario: Ein Freund fragt: „Warum sollte ich mich taufen lassen?“. Ein Kollege sagt: „Ist das Abendmahl nicht nur eine Tradition?“ und dergleichen. Jedes Paar soll eine kurze, mündliche Antwort vorbereiten, die sich auf Bibelstellen und persönlichen Erfahrungen gründet.
RÜCKBLICK UND AUSBLICK:
Wir haben betrachtet, welchen Beitrag Taufe und Abendmahl zur christlichen Lehre und Sendungsauftrag der Gemeinde leisten. Als Nächstes werden wir untersuchen, welche Bedeutung die Sabbatheiligung für Christen hat.