QUARTALSTHEMA: ALTÄRE UND HEILIGE OPFERGABEN (JUNI – AUGUST 2025)
Einheit II: JESUS UND DER TEMPEL (4 Lektionen)
7. Der Herr des Sabbats (Lektion 2 von 4)
Tagesandachten von Ruth Burdick
SONNTAG, 6. Juli 2025: Deuteronomium/ 5. Mose 5:1-7, 12-15
Gott gab Seinem Volk auf dem Berg Sinai Seine Gebote, damit es sie lernte und befolgte. Sie sollten Gott, den HERRN, ihr Leben lang lieben, indem sie diese hielten. Am siebten Tag der Schöpfung ruhte Gott und schenkte uns den gesegneten Sabbattag als Gedenktag an den Schöpfer. Wir sollen ihn heilig halten, wie er heilig ist, bis wir Gottes ewige Ruhe finden. Im 5. Buch Mose/ Deuteronomium verpflichtete sich die nächste Generation der Israeliten erneut zu den Geboten und dem Bund ihrer Väter, und der Sabbat feiert hier Gott als Erlöser Seines Volkes und zugleich als Schöpfer.
MONTAG, 7. Juli 2025: Hebräer 4:1-10
„Denn wir, die wir gläubig geworden sind, gehen in die Ruhe ein…“ (Vers 3a) – diejenigen, welche an Jesus glauben, gehen in die ewige Sabbatruhe ein, welche Gott für Sein Volk bereitet hat, wenn wir „festhalten an dem Bekenntnis“ (Vers 14). So lasst uns nun „eifrig bestrebt sein, in jene Ruhe einzugehen“ (Vers 11) durch Ausdauer im Glauben an Jesus, durch welchem unsere Sünden vergeben sind. Lasst uns ein heiliges Leben im Geist führen, bis unsere ewige Ruhe beginnt und wir von unseren Werken dieser Welt ruhen, so wie Gott von den Seinen, als Er sie erschuf. Jeder wöchentliche Sabbat weist darauf hin (und gibt uns einen Vorgeschmack), dass Gott diese Ruhe mit uns teilt, als Er damit begann.
DIENSTAG, 8. Juli 2025: Johannes 7:14-24
Jesu sagte, Seine Lehren stammten nicht von Ihm selbst, sondern vom Vater, der Ihn gesandt hatte. Jeder, der wirklich Gottes Willen tun wollte, würde das erkennen. Jesus strebte in jeder Hinsicht danach, den Willen des Vaters zu erfüllen. Das war sein Hauptanliegen. Dennoch warfen ihm die jüdischen Leiter vor, den Sabbat zu brechen, obwohl Er in Wirklichkeit nur ihre von Menschen aufgestellten Sabbatregeln brach. Jesus brach niemals ein alttestamentliches Sabbatgesetz, und der Sohn tat eindeutig den Willen Seines Vaters, als Er wunderbare Dinge tat, wie beispielsweise am Sabbat den ganzen Körper eines Menschen gesund zu machen (Johannes 5,1-15)!
MITTWOCH, 9. Juli 2025: Psalm 92
Was für ein schöner, freudiger Psalm, der unserem allmächtigen Gott Ehre und Lobpreis bringt! Man kann ihn leicht zu seiner eigenen Musik hinzufügen und im Gottesdienst singen. Als ich als Kind im Sommerlager war, ermutigten uns unsere Leiter, dies auch in unserer Freizeit zu tun. Es war eine wunderbare Art, draußen am Seeufer zu beten. In diesem Psalm erinnert uns Gott immer wieder daran, dass wir, ob allein am Seeufer oder in der Gemeinde, unsere Herzen in heiliger Anbetung vor Gott erheben sollen – mit Gesang, guter Lehre, Lobpreis und Gebet. Gelobt sei Gott, von dem alle Segnungen ausgehen!
DONNERSTAG, 10. Juli 2025: Lukas 13:10-17
Als Jesus an einem Sabbat in der Synagoge lehrte, sah Er eine ältere Frau mit gekrümmten Rücken. Er hatte Mitleid mit ihr und heilte ihr Gebrechen. Sie richtete sich auf und lobte Gott, doch der Synagogenvorsteher tadelte Jesus für die Heilung am Sabbat. Jesus erwiderte, dass jeder in der Gemeinde am Sabbat das Nötige tun würde, um seine Tiere zu tränken. Warum sollte Jesus also nicht einem dringenderen Bedürfnis nachkommen und sich um einen Menschen und eine Tochter Abrahams kümmern? Das hätte sicherlich jeden (und uns) dazu bewegen sollen, unsere Sabbat-Prioritäten im Licht von Gottes Mitgefühl und Liebe zu überdenken.
FREITAG, 11. Juli 2025: 1. Samuel 21:1-6
Als David vor Saul floh, sorgte Gott für ihn und seine Männer durch die Barmherzigkeit des Priesters Achimelech. Er gab David das einzige Brot, das er besaß – die geweihte Schaubrote. Laut Gesetz durfte dieses Brot nur von den Priestern gegessen werden (Levitikus/ 3. Mose 24:9), doch Achimelech machte eine Ausnahme, um den Bedarf dieser Männer zu decken. Jesus billigte dies später und nutzte es, um zu veranschaulichen, dass das Gesetz nicht unbarmherzig angewendet werden sollte (Matthäus 12:7). Achimelech zahlte dafür bald einen hohen Preis durch König Saul (1. Samuel 22:11-19). Bist du bereit, für barmherzige Taten einen Preis zu zahlen?
SABBAT, 12. Juli 2025: Matthäus 12:1-8
Die Pharisäer behaupteten, Jesu Jünger hätten am Sabbat etwas Unerlaubtes getan, als sie hungrig Ähren vom Feld pflückten, um sie zu essen. Vielleicht könnten sie das als „Ernte“ am Sabbat bezeichnen. Jesus verwies sie auf die Zeit, als David und seine Männer in der Heiligen Schrift nicht dafür verurteilt wurden, dass sie das Gesetz gebrochen und das Schaubrot gegessen hatten. Jesus lehrte sie, dass das Gesetz niemals dazu gedacht war, die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse wie Hunger zu verhindern, da Gott Barmherzigkeit und nicht Opfer wünscht. Stellt deine Sabbatheiligung die Barmherzigkeit in den Vordergrund, wie Jesus, der HERR des Sabbats, es lehrte?
BIBELSTELLEN:
Studientext: Matthäus 12:1-8
weiterführende Texte: Matthäus 12:1-14, Markus 2:23-28; Lukas 6:1-11
Andachtstext: Lukas 13:10-17
Merkvers:
„Ich sage euch aber: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel!“ (Matthäus 12:6)
KERNINHALT:
Menschen legitimieren die Autorität von Institutionen. Wann ist es angebracht, diese Autorität in Frage zu stellen? Während der Rede über die Ährenernte am Sabbat erklärte Jesus, dass Seine Autorität über der des Tempels stehe.
FRAGEN ZUM TEXTSTUDIUM:
- Bist du eher der Typ, welcher sich an Regeln hält oder Autoritäten hinterfragt? Wie begründest du dies im Licht der Heiligen Schrift?
- Welche Bedeutung hatte der Sabbat im jüdischen Gesetz und Tradition (Exodus/ 2. Mose 20:8-11; Deuteronomium/ 5. Mose 5:12-15)? Wie legten die Pharisäer die Sabbatvorschriften aus und wie setzten sie jene durch? Warum legten die Pharisäer so strengen Wert auf die Einhaltung des Sabbats? Legten sie mehr Wert auf Gehorsam oder auf Kontrolle?
- Warum gingen Jesus und Seine Jünger durch Kornfelder und pflückten Ähren? Was sagt uns das über ihre Umstände? Wie stützt 1. Samuel 21:1-6 Jesu Antwort an die Pharisäer?
- Wie definierte Jesus in Matthäus 12:1-8 den Zweck des Sabbats neu? Wie stellt Jesu Aussage in Vers 6 die Ansichten der religiösen Führer über den Tempel und ihre Autorität in Frage? Was meinte Jesus, als Er sich selbst „Herr des Sabbats“ nannte (Vers 8)? Wie trägt Markus 2:27-28 zu unserem Verständnis dieses Textabschnitts bei?
- Hast du religiöse Rituale schon einmal der Barmherzigkeit gegenüber anderen vorgezogen? Wie könntest du deinen Fokus stärker auf die Lehren Jesu ausrichten? Wie kannst du diese Woche jemandem Mitgefühl und Barmherzigkeit entgegenbringen, welche die Lehren Jesu widerspiegeln?
VERSTEHEN UND AUSLEBEN von Ewart McFarlane
DIE URSPRÜNGE DES SABBATHALTENS
An einem sonnigen Tag können die Menschen ihren täglichen Aktivitäten ungehindert nachgehen. Die Ankunfts- und Abfahrtszeiten von Bus oder Bahn dürften vielen bekannt sein, ebenso wie die Reisezeit zum nächsten Ziel. Bei einem Sturm hingegen ist vieles ungewiss, und entweder muss man sich anpassen, um pünktlich am Ziel anzukommen, oder man nimmt Verspätungen zur Kenntnis bzw. akzeptiert diese.
Als den Israeliten die Einhaltung des Sabbats gestattet wurde, lebten sie in einer glücklichen Lage. Sie führten ein nomadisches Leben auf ihrer Reise von Ägypten ins Gelobte Land und konnten den Sabbat strikt einhalten. Abgesehen vom Packen ihrer Zelte an den Reisetagen bestand ihre Hauptaufgabe darin, den täglichen Bedarf an Manna zu decken, und am sechsten Tag sogar die doppelte Menge, da am Sabbat kein Manna verfügbar war (vgl. Exodus/ 2. Mose 16:22). Es gab keine Arbeitsplätze mit 9-17 Uhr-Anwesenheitspflicht oder Wechselschichten, welche die Einhaltung des Sabbats verhindert hätten. Es bestand keine Notwendigkeit, Konferenzen oder Seminare zu besuchen und es bestand keine Notwendigkeit, weit von zu Hause weg zu Gemeinden bzw. Gottesdiensten zu fahren.
Nach der Ansiedlung im Land Kanaan wandelte sich das nomadische Leben der Israeliten zu einem geregeltem Leben bestehend aus Ackerbau, Viehzucht und Handel. Den Priestern und Leviten wurde die Verantwortung für den Rund-um-die-Uhr-Dienst übertragen (vgl. Exodus/ 2. Mose 28:4; Numeri/ 4. Mose 18:6). Später stellten die Könige Diener, Reiter und Soldaten in ihren Dienst (vgl. 1. Samuel 8:10-16). So unterschied sich das Leben stark von der Zeit, als der Sabbat eingeführt wurde, da die Arbeit im königlichen Dienst weiterhin fortbestand. Gleichzeitig wandten sich die Menschen immer mehr vom HERRN ab, da ihre Herzen betrügerisch und bösartig wurden (vgl. Jeremia 17:5, 9).
DIE BEGRENZTHEIT VON REGELN UND INSTITUTIONEN
Manchmal werden Menschen aufgrund von Regeln und Institutionen mit einem „Etikett“ versehen, das nicht zu ihrem wahren Ich passen. Jesus musste weite Reisen unternehmen, um den Armen das Evangelium und das Gnadenjahr des HERRN zu verkünden (Lukas 4:18-19), die Menschen von ihren Sünden zu überführen und sie inständig bitten, nach dem Reich Gottes zu streben. Seine Reise führte ihn nicht nur weit an der Küste Israels entlang, sondern endete auch damit, dass Er zusammen mit Seinen Jüngern am Sabbat unterwegs war. Diese Reisen führten dazu, dass die Grundbedürfnisse gedeckt werden mussten. Um Jesu Mission zu unterstützen, pflückten die Jünger Ähren zum Essen, was sie normalerweise am Sabbat nicht getan hätten (Matthäus 12:1).
Die „Regelhalter“ (also die Pharisäer) wiesen schnell auf Verstöße gegen das Gebot hin, ohne den Grund dafür zu berücksichtigen. Jesus musste darauf hinweisen, dass die Anwendung der Gesetze Grenzen hatte, da es den Jüngern darum ging, Gutes zu tun. Denn obwohl der Sabbat ein Tag der Ruhe (und Anbetung) sein sollte, sind Dinge, die zu Barmherzigkeit, Güte und Menschenliebe führen, erlaubt (Vers 7).
Ein anderes Mal tadelte Jesus die Pharisäer: „Ihr gebt den Zehnten von Minze, Raute und allerlei Kräutern und vernachlässigt doch die Gerechtigkeit und die Liebe Gottes.“ (Lukas 11″42) Das bedeutet nicht, dass man diese „notwendigen“ Dinge nur am Sabbat tun darf, sondern dass man ein Gleichgewicht finden muss, bei dem keines von beiden vernachlässigt wird. Indem Jesus Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und die Liebe Gottes erwähnte, zeigte Er, dass es Ausnahmen von Regeln geben kann und dass es besser ist, Gutes zu tun, als sich zum Nachteil anderer oder sich selbst an den Buchstaben des Gesetzes zu halten, selbst am Sabbat (Vers 12). Den Sabbat zu halten, um Barmherzigkeit und Gerechtigkeit zu üben, muss eine Glaubensüberzeugung sein.
GLAUBENSÜBERZEUGUNGEN
Die Einhaltung des Sabbats bietet Ruhe und Erholung vom Alltagsleben. Sie ermöglicht es uns, uns wieder auf die Anbetung unseres Schöpfers zu konzentrieren. Sie ermöglicht es uns, uns der Gemeinschaft mit anderen Gläubigen, der Ruhe, Erholung und Anbetung des Allmächtigen zu erfreuen (Hebräer 10:25). Die Einhaltung des Sabbats muss daher eine Glaubensüberzeugung und darf kein Zwang sein, wie alles andere, wofür wir uns entscheiden. Der Apostel Paulus erinnert uns: Alles, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde (Römer 14:22-23).
Man muss davon überzeugt sein, dass das eigene Handeln im Alltag mit dem eigenen Glauben übereinstimmt. Jesus betrachtete die Jünger als unschuldig, da sie gegen die „Neben-Regeln“ verstießen, die festlegten, was am Sabbat erlaubt war und was nicht (Vers 7). Wie entscheidet man sich heute, Regeln oder Gesetze zu befolgen oder sich an gesellschaftliche Normen zu halten? Fühlst du dich gezwungen, diese Regeln oder Normen zu befolgen, bzw. fühlst du dich wohl bei deinen Entscheidungen? Jesus zeigte, dass unsere Entscheidungen, auch wenn sie nicht Gottes Wort widersprechen dürfen, nicht nur darauf beruhen sollten, Regeln zu befolgen. Wir müssen davon überzeugt sein, dass sie gut, richtig und gerecht sind. Paulus betonte dies mit den Worten: „Jeder sei in seiner Meinung gewiss!“ (Römer 14:5b)
GRÖSSER ALS DER TEMPEL
Der Tempel war der Mittelpunkt der Anbetung der Israeliten, denn dort stand die Bundeslade, welche die Gegenwart Gottes symbolisierte. Jesus zeigte, dass Er als Herr des Sabbats auch über dem Tempel stand. Es ist nicht anzunehmen, dass Jesus die Einhaltung des Sabbats beanstandete. Tatsächlich ging Er, nachdem Er die Pharisäer verlassen hatte, wie gewohnt in die Synagoge und heilte am Sabbat einen Mann mit einer verdorrten Hand (Matthäus 12:10). Jesus beanstandete den Brauch der Pharisäer, welche die Einhaltung des Sabbats scheinbar unnötig erschwerten.
Während Bräuche und Gewohnheiten dazu beitragen können, nachfolgenden Generationen wertvolle und nützliche Lektionen für ihr Leben zu vermitteln, machte Jesus deutlich, dass diese der wahren Anbetung des Allmächtigen nicht im Wege stehen sollten. Sie sollten keine größere Belastung darstellen, als für die wahre Anbetung notwendig ist (Apostelgeschichte 15:28). Jesus vermittelte, dass wahre Anbetung Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und die Liebe Gottes beinhaltet. Wahre Anbetung lässt uns barmherzig, gütig und mitfühlend sein. Die Liebe Gottes drängt uns, uns um die Bedürfnisse unserer Brüder und Schwestern zu kümmern. Das Wenigste, was wir für unsere Mitmenschen tun, tun wir dem HERRN, gleich an welchem Wochentag.
HINWEISE FÜR SABBATSCHULHELFER
LERNZIELE:
- Erkennt, wie die Lehren und Taten Jesu uns helfen, die Begrenztheit von Regeln und Institutionen zu erkennen.
- Bewertet unsere Glaubensüberzeugungen im Hinblick auf die heutigen Gesetze und gesellschaftlichen Normen.
- Deutet Jesu Anweisungen im Hinblick auf die Ausübung geistlicher Praktiken in unseren eigenen Gemeinden und setzt diese in die Realität um.
UNTERRICHTSAKTIVITÄTEN
Beschäftigt euch in Kleingruppen mit der Bedeutung folgender Wörter: „Barmherzigkeit“ (Hosea 6:6; Micha 6:6-8; Matthäus 23:23) und „Opfer“ (Levitikus/ 3. Mose Kapitel 1-7; Psalm 51:16-17). Beide Gruppen berichten über ihre Ergebnisse und diskutieren gemeinsam: Warum legte Jesus Wert auf Barmherzigkeit? Stellt moderne Situationen vor, in denen Menschen Regeln strikt befolgen, aber Mitgefühl vernachlässigen. Lasst die Sabbatschulteilnehmer darüber diskutieren, wie Jesus reagieren würde? Ermutigt sie, von persönlichen Erfahrungen zu erzählen, in denen sie sich zwischen Regelwerk und Barmherzigkeit entscheiden mussten.
RÜCKBLICK UND AUSBLICK
Jesu Kritik an der Autorität der Pharisäer und des Tempels ermutigte uns, dem Geist statt dem Buchstaben des Gesetzes zu folgen. Jesu eifrige Ehrfurcht vor dem Tempel wird uns dazu anregen, ein Leben in Ehrfurcht vor Gott zu führen.