QUARTALSTHEMA: ALTÄRE UND HEILIGE OPFERGABEN (JUNI – AUGUST 2025)
Einheit III: Christen und Opfer (5 Lektionen)
12. Juden und Heiden formen einen Tempel (Lektion 3 von 5)
Tagesandachten von Kaymian Weekley
SONNTAG, 10. August 2025: Jesaja 49:1-6
Die Bedeutung des Lichts in der Welt sollte nicht unterschätzt werden, sowohl das natürliche als auch geistige. Diese tiefgreifende prophetische Antwort auf Unterdrückung und alle Formen des Leids sollte die Wiederherstellung sicherstellen und der Welt Gottes Erlösung bringen. Jesus Christus ist das Licht: das ist der Beweis. Jesajas Ankündigungen beinhalteten, wie Gott Sein ewiges Königreich errichten würde. Unsere Verantwortung ist es, im Licht zu wandeln, denn unsere Strafe ist vollständig bezahlt. Wir ehren unseren bundestreuen Gott und Seine Souveränität, indem wir alle Nationen einbeziehen.
MONTAG, 11. August 2025: Römer 9:14-24
Dieser Textabschnitt bringt auf ganz besondere Weise zum Ausdruck, dass Gott bedingungslose Liebe hat und Seine Barmherzigkeit niemals versagt. Er betont auch ausführlich, wie Gottes Wille auf Erden erfüllt werden kann. Paulus verstand die Analogie zwischen Töpfer und Ton und verdeutlichte Gottes Souveränität, denn Seine unvergleichliche Macht ist unbestreitbar. Gottes Großartigkeit kennt keine Grenzen. Er wird Barmherzigkeit nach Seinem Willen walten lassen. Dennoch sollte auch die Treue unseres Gottes bewundert und verehrt werden. Im Grunde genommen sind Gottes Gedanken und Taten jenseits unseres Verständnisses. Er bleibt ein gerechter und vollkommener Gott.
DIENSTAG, 12. August 2025: Römer 10:1-15
Die Verkündigung froher Botschaften löst in der Regel einen Widerhall aus – besonders in einer Menschenmenge. Die Nachricht, dass sich jemand Christus hingibt, ein Paar den Bund fürs Leben schließt, ein Baby geboren wurde oder ein akademischer Aufstieg erfolgt – all das sind Anlässe, die gefeiert werden. Während die frohe Botschaft von Jesus Christus weltweit verbreitet wird, sind wir aufgerufen, uns zu Ihm zu bekennen und Ihn anzunehmen. Der heutige Bibeltext erinnert uns daran, dass wir durch den Glauben erlöst werden, sodass jeder gerettet werden kann. Nimm dir diese Woche etwas Zeit, um jemanden, der verloren ist, daran zu erinnern, dass auch er gerettet werden kann.
MITTWOCH, 13. August 2025: Römer 11:16-29
Unsere jeweilige Weltanschauung prägt unsere Einstellungen und beeinflusst unsere Perspektiven im Alltag. Paulus‘ schlüssige Sichtweise zur Erlösung der Heiden regt zur Selbstprüfung an. Als jemand mit landwirtschaftlichem Hintergrund kann ich die Metapher der Aufnahme in die Familie Gottes sehr gut nachvollziehen. Paulus erklärte den wesentlichen Wert der uns angebotenen Beziehung und betonte, dass wir nicht die Wurzel dieses Baumes stützen, sondern von ihr getragen werden. Wenn wir diesen bemerkenswerten Segen annehmen, muss unsere Dankbarkeit von Demut getragen sein. Wir erheben uns also nicht über andere, sondern zeigen unsere Wertschätzung im Bewusstsein, dass wir Gottes Geschenk der Einbeziehung niemals als selbstverständlich betrachten sollten.
DONNERSTAG, 14. August 2025: Sacharja 8:1-12
Wozu fordert Gott dich heute auf? Gott wollte Israel Frieden schenken, doch das Volk musste Gerechtigkeit und Mitgefühl üben. Die beruhigende Botschaft, dass Gott mit ihnen sein würde, gab ihnen dringend benötigte Hoffnung. Gott war es, der das Volk Israel segnen wollte, und Er ist es, der uns heute segnet. Unsere unerschütterliche Hoffnung sollte fest auf dem unfehlbaren Gott ruhen. Er verkündete Seine Liebe zu Seinen Kindern und den bevorstehenden Segen eines fruchtbaren Weinbergs – in Frieden gepflanzte Feldfrüchte und fruchtbare Felder. Diese Verheißungen gelten auch für uns. Gottes versprochener Schutz über unser Leben sollte eine engere Beziehung zu Ihm fördern.
FREITAG, 15. August 2025: Sacharja 8:13-23
Zerstreut, wiederhergestellt und gesegnet – das sind häufige Themen aus der Geschichte Israels. Dieser Textabschnitt, welcher Gottes Sammlung eines Volkes aus allen Nationen prophezeit, ist spannend. Es ist etwas Besonderes, in gemeinsamer Anbetung einmütig nach dem HERRN zu streben. Dies ist eine Vorbereitung auf den Himmel. Ich glaube, dass Familienandachten, Gebetstreffen am Arbeitsplatz, Konzerte, Gebetsfrühstücke und Gottesdienste Ereignisse sind, die unsere gemeinsame Anbetung inspirieren und gleichzeitig unsere persönliche Beziehung zu Gott stärken sollten. Die heutige Bibelstelle hebt Gottes versprochenen Segen für Sein Volk und das Zusammenkommen von Juden und Heiden hervor – wahrhaftig der Leib Christi.
SABBAT, 16. August 2025: Epheser 2:11-22
Gottes ewiger Plan, dass alle Menschen Ihm ein heiliger Tempel sein sollen, ist der Hauptgrund für unsere Einheit in Christus. Sein Tod am Kreuz beseitigte den Hass zwischen den Auserwählten und den Eingegliederten und brachte allen Erlösung. In dieser liebevollen Beziehung müssen wir auch die Weitergabe des Evangeliums fördern, um Einheit in Christus unter Menschen unterschiedlicher Herkunft zu erreichen. Wenn wir darüber nachdenken, wo wir ohne Christus waren und wer wir mit Ihm werden, mögen wir andere mit Offenheit willkommen heißen, damit der „heilige Tempel der Gläubigen“ aufgebaut werden kann. Die Einsamen, Bedürftigen, Ungeliebten, Verachteten, Verlassenen, Süchtigen und alle anderen brauchen Jesus. Wenn wir geheilt, erlöst und befreit sind, werden wir zur Gemeinschaft der Gläubigen.
BIBELSTELLEN:
Studientext: Epheser 2:11-22
weiterführende Texte: Epheser 2:11-22
Andachtstext: Römer 9:14-24
Merkvers:
„…in dem [Christus] der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, in dem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.“ (Epheser 2:21-22)
KERNINHALT:
Unterschiedliche kulturelle und religiöse Hintergründe können Konflikte schüren. Wie finden wir ein Gefühl des Friedens, das uns ermöglicht, in der heutigen Welt zu gedeihen? Der Epheserbrief erklärt, dass Juden und Heiden, einst voneinander entfremdet, in Christus zusammengeführt wurden – vereint und zu einer Wohnstätte für Gott heranwachsend.
FRAGEN ZUM TEXTSTUDIUM:
- Hattest du schon einmal einen Feind, der zu einem Freund wurde, nachdem du dir die Zeit genommen hast, ihn zu verstehen? Welche Barrieren konntest du mit ihm überwinden?
- Wie war das historische Verhältnis zwischen Juden und Heiden im 1. Jahrhundert n. Chr.? Welchen Einfluss könnte dies auf die Bedeutung von Paulus‘ Botschaft haben? Was ist die „trennende Mauer“, die Christus niedergerissen hat (Vers 14)?
- Was meinte Paulus, als er sagte, die Heiden seien „durch das Blut Christi nahe gebracht worden“ (Vers 13)? Wie spiegelt dies die Opfersymbolik des Alten Testaments wider?
- Wie beschrieb Paulus die Einheit der Gläubigen (Verse 15-16)? Warum ist sie für die Gemeinde damals und heute von Bedeutung? Inwiefern schuf Christus aus Juden und Heiden „einen neuen Menschen“ (Vers15)?
- Was meinte Paulus, als er sagte, die Gemeinde werde „zusammengefügt“ und „wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn“ (Vers 21)? Handelt es sich hierbei um ein abgeschlossenes Werk oder einen fortlaufenden Prozess? Welche Rolle spielt der Heilige Geist bei der Vereinigung der Gläubigen?
- Inwiefern bestehen im Leib Christi auch heute noch Spaltungen (ethnischer, sozialer, konfessioneller Art)? Wie können wir die Lehren des Paulus anwenden, um diese zu überwinden? Wie beeinflusst die Vorstellung, dass wir „miterbaut werden zu einer Wohnung Gottes im Geist“ (Vers 22) dein Verständnis von Mission der Gemeinde?
VERSTEHEN UND AUSLEBEN von Trisha Gerstel
DURCH JEDEM ANDEREN NAMEN
Wie viele von euch, die dieses Sabbatschulskript lesen, haben schon einmal einen Krapfen gegessen? Wie wäre es mit einem Ponchik oder einer Sufganiya? Manche von euch lächeln vielleicht verschwörerisch, weil sie aufgrund ihrer Herkunft oder Reisen über entsprechende Hintergrundinformationen verfügen. Die meisten von euch runzeln jedoch die Stirn und schütteln den Kopf, weil sie sicher sind, dass die Antwort „Nein, ich nicht“ lautet, obwohl sie diese Speisen in Wirklichkeit mit ziemlicher Sicherheit schon einmal genossen haben. Der österreichisch-deutsche Krapfen, der armenische Ponchik und die israelische Sufganiya werden alle aus süßem Hefeteig gemacht, frittiert, mit Marmelade gefüllt und anschließend mit Puderzucker bestreut. Mit anderen Worten: Es handelt sich bei allen um dasselbe.
Wer um die Welt reist, wird auf zahlreiche andere frittierte Desserts stoßen, die wir als Donuts oder Schmalzkringel bezeichnen würden, auch wenn sie nicht ganz unseren gewohnten Geschmacksrichtungen entsprechen. Manche davon enthalten sogar eher ungewöhnliche Zutaten, wie zum Beispiel der kambodschanische „Noum Kong“ und die peruanischen „Picarones“. Beide Desserts bestehen aus frittiertem, süßem Teig in Form eines Kreises mit einem Loch in der Mitte. Die „Noum Kong“ bestehen aus frittiertem Reismehlteig, der mit Zucker glasiert und mit Sesam bestreut ist, während die „Picarones“ aus einem Hefeteig aus Weizenmehl, Kürbis und Süßkartoffeln (sowie Zucker und Gewürzen) gemacht werden. Reismehl, Sesam, Kürbis und Süßkartoffeln sind keine Zutaten, die man in einem typischen Donut-Laden finden würde. Aber heißt das, dass diese Backwaren deswegen nicht schmecken oder sogar ungenießbar sind? Keineswegs! Tatsächlich sind sie in Kambodscha und Peru kulinarisches Kulturgut.
MEHR ÄHNLICHKEITEN ALS UNTERSCHIEDE
In Epheser Kapitel 2 sehen wir, dass der Apostel Paulus zwar die kulturellen Unterschiede zwischen Juden und Heiden anerkannte, es aber weder für notwendig noch für sinnvoll hielt, sich damit aufzuhalten. Stattdessen ermutigte Paulus die Epheser, sich auf die Einheit aller zu konzentrieren, die Christus ihren König nennen, unabhängig ihrer Herkunft. Frei zusammengefasst sagt Paulus in Epheser 2:11-22 der Gemeinde in Ephesus in etwa folgendes: „Schaut nicht zurück, ihr geht nicht diesen Weg“, „Achtet auf den, der euch gerettet hat, und auf die Zukunft, die Er für euch geplant hat“, und „Macht euch nicht über Kleinigkeiten einen Kopf. Wichtig ist, dass wir in Christus mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede haben.“
Genau wie die Gemeinde in Ephesus läuft auch die heutige Gemeinde Gefahr, sich von den kulturellen Unterschieden zwischen den Gläubigen ablenken zu lassen und diesen Unterschieden mehr Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen, als sie verdienen. Von Meinungen über die Überlegenheit eines Chors oder einer Lobpreisband bis hin zu Ansichten darüber, wie das Abendmahl gespendet werden sollte, und Meinungen über die liturgische Ordnung gibt es viele Gelegenheiten für die Spaltung unter Christen. (Habe ich erwähnt, dass manche Menschen die Dreistigkeit besitzen, ihren Gottesdienst an verschiedenen Wochentagen abzuhalten?) Daher sind die Worte des Paulus in Epheser 2:11-22 für uns nicht weniger relevant als für die Gemeinde in Ephesus. Christen sind in Christus vereint (Vers 14): Als Christen werden die Barrieren unserer Einheit (also unsere Unterschiede) niedergerissen und unbedeutend gemacht.
Christus hat das Gesetz erfüllt (Verse 15-16): Durch das sühnende Blut Christi können alle Menschen von Sünden gereinigt werden; keine Gruppe von Menschen hat einen Vorteil gegenüber einer anderen Gruppe.
Jesus predigte Frieden und Einheit (Verse 17-19): Per Definition wird das Leben eines Jüngers von der Predigt bzw. der Lehre der Person geprägt, der er folgt. Als Jünger Jesu sind Christen an Seine Verkündigung des Friedens mit Gott und der Einheit unter den Gläubigen gebunden.
Wir haben ein solides Fundament (Verse 20–22): Wenn sich im Umgang der Christen untereinander Meinungsverschiedenheiten einschleichen, sollten wir zu den Grundlagen zurückkehren – den grundlegenden Glaubenssätzen des Christentums.
WERTSCHÄTZUNG DER UNTERSCHIEDE
Ich habe noch nie einen kambodschanischen „Noum Kong“ oder einen japanischen „Mochi“-Donut gesehen, geschweige denn die Gelegenheit gehabt, sie zu probieren. Die Existenz dieser Süßwaren schadet mir jedoch nicht, und wenn ich über die Herkunft dieser Donuts nachdenke, kann ich verstehen, warum Bürger zweier der weltweit größten Reisanbauländer Rezepte entwickelt haben, die Reismehl anstelle von importiertem Weizenmehl verwenden. Außerdem könnte das Probieren dieser Leckereien für mich ein angenehmes Erlebnis sein, schon allein, weil sie im Gegensatz zu so vielen anderen Lebensmitteln, die ich noch nicht probiert habe, meinen glutenintolerante Verdauung nicht belasten würden!
Derselbe Denkprozess lässt sich durchführen, wenn wir auf Arten christlicher Glaubensausübung stoßen, die uns unvertraut sind oder die wir selbst nicht praktizieren. In diesem Fall können wir uns fragen: Widerspricht diese Art Praxis einer direkten Anweisung der Heiligen Schrift? Wirkt sie sich negativ auf die Beteiligten aus, seien sie aktive Teilnehmer oder bloße Beobachter? Was weiß ich oder was kann ich über die Geschichte und/oder die Gründe für diese Praxis lernen, um zu verstehen, warum andere Christen sie einer Praxis vorziehen, die mir näher liegt und vertrauter ist? Könnte es mir irgendwie nützen, mehr darüber zu erfahren, selbst wenn ich mich entscheide, nicht daran teilzunehmen?
Wenn ich mich frage: „Schadet mir dieses unbekannte Essen oder kann ich etwas davon haben, wenn ich einen Bissen probiere und mehr darüber lerne?“, dann erweitert das meinen kulinarischen Horizont, kann meine Nährstoffaufnahme verbessern und mir mehr Freude an den Mahlzeiten bereiten. Wenn wir Christen uns fragen: „Schadet diese Art, Dinge zu tun, jemandem oder kann ich etwas davon haben, wenn ich mehr darüber lerne?“, dann entschärfen wir die unmittelbare Negativität, die wir angesichts uns unbekannter christlicher Praktiken empfinden. Wir können uns auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist: unseren HERRN und Erlöser Jesus Christus.
HINWEISE FÜR SABBATSCHULHELFER
LERNZIELE:
- Entdeckt Übereinstimmungen und Abweichungen mit anderen christlichen Gläubigen.
- Nehmt den Wert unterschiedlicher Arten christlicher Glaubensausübung an, die euch möglicherweise unbekannt sind.
- Tauscht euch mit Menschen mit einem anderen kulturellen oder religiösen Hintergrund über Möglichkeiten aus, Gott zu ehren und Ihn anzubeten.
UNTERRICHTSAKTIVITÄTEN
Baut eine kleine Mauer aus Pappkartons und beschriftet Karton jeden mit den Dingen, welche Juden und Heiden trennten. Lest Epheser 2:14-16 laut vor. Während dieser Textabschnitt vorgelesen wird, lassen die einzelnen Blöcke (Kartons) von Freiwilligen entfernen, um zu symbolisieren, wie Christus die trennende Mauer niederreißt. Welche modernen „Trennmauern“ gibt es zwischen Christen heute? Wie verändert Paulus‘ Botschaft unsere Sicht auf Menschen, die anders sind als wir? Wie können wir aktiv Frieden und Einheit in unserer Gemeinde fördern?
RÜCKBLICK UND AUSBLICK
Paulus‘ Botschaft an die Epheser stellte die Dinge in Frage, die uns von anderen Gläubigen trennen. Anschließend inspiriert uns der Autor des Hebräerbriefs anhand des Beispiels Christi zu einem aufopferungsvollen Leben.