QUARTALSTHEMA: DIE SEELE EINER NATION (September – November 2026)
Einheit I
2. Gedenke an Gottes Handeln (Lektion 2 von 5)
Tagesandachten von Angel Floyd
SONNTAG, 6. September 2026: 2. Thessalonicher 2:13-17
Der Brief an die Thessalonicher betonte die Wichtigkeit der Standhaftigkeit gegenüber falschen Lehren. Angesichts der zahlreichen Herausforderungen, die uns vom Wort Gottes abbringen können, ist es entscheidend, Ermutigung und Orientierung in der Heiligen Schrift zu suchen. Sie soll unser Handeln stärken und uns die Gründe für unser Festhalten an Glaubenstraditionen verdeutlichen. Anstatt uns allein auf unsere persönlichen Überzeugungen zu verlassen, sollten wir zulassen, dass die Heilige Schrift unsere Beweggründe prägt. Wie es in 1. Petrus 3:15 heißt: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der euch nach dem Grund eurer Hoffnung fragt. Doch tut dies mit Sanftmut und Ehrfurcht.“ Diese Richtschnur ist wesentlich für alles, was wir im Namen Christi tun.
MONTAG, 7. September 2026: Exodus/ 2. Mose 14:21-31
Der Film „Der Prinz von Ägypten“ schilderte das atemberaubende Wunder der Meeresteilung und veranschaulichte, was das hebräische Volk bei seinem Durchzug erlebt haben mag. Haben wir schon einmal Momente erlebt, die uns so sehr berührt haben? Bei einem Unfall mit einem Schulbus, den ich steuerte, überschlug er sich, doch wie durch ein Wunder blieb ich unverletzt. Auch die Schüler und ihre Lehrerin waren in Sicherheit. Die Rettungskräfte waren von der wundersamen Szenerie beeindruckt. Die beruhigende Gegenwart des Heiligen Geistes war während der Evakuierung spürbar, und das schnelle Eingreifen der Umstehenden unterstrich göttliches Eingreifen. Wie oft übersehen wir solche Momente? Gibt es in deinem Leben Erfolge, die du vielleicht vergessen hast?
DIENSTAG, 8. September 2026: Numeri/ 4. Mose 10:29-36
Numeri/ 4. Mose 10:29-36 veranschaulicht auf wunderbare Weise den Weg zu unserem verheißenen himmlischen Ziel. Nach langer Gefangenschaft brachen die Israeliten zu einem Zug in ein neues Land auf, „mit der Bundeslade des HERRN … vor sich.“ (Vers 33) Die Lade enthielt wichtige Gegenstände: den Krug mit Manna – Symbol für das tägliche Brot; den Stab Aarons – Sinnbild für das aus dem Tod hervorgehende Leben und die beiden Steintafeln – mit den Gesetzen, die uns leiten. Indem wir diese Dinge in unserem Leben an erste Stelle setzen, bitten wir Gott um Führung. Wo ist der HERR auf deinem Weg? Wie kannst du dein Leben so gestalten, dass Er dich stets führt?
MITTWOCH, 9. September 2026: Johannes 6:15-21
Die Jünger waren auf dem Weg über den See nach Kapernaum. Das Wetter verschlechterte sich, starker Wind und raue See erschwerten ihre Reise zunehmend. Plötzlich sahen sie Jesus auf dem Wasser auf sich zukommen, und Furcht ergriff sie. Jesus versicherte ihnen: „Ich bin es; fürchtet euch nicht!“ (Vers 20) Sie baten ihn ins Boot und erreichten sogleich das Ufer. Sind wir oft so von unseren Ängsten überwältigt, dass wir Jesus nicht erkennen, wenn Er auf uns zukommt? Sind wir bereit, unsere Herzen zu öffnen und ihn einzuladen? Den Glauben anzunehmen kann unsere Kämpfe verwandeln und uns sicher an unser Ziel führen.
DONNERSTAG, 10. September 2026: Psalm 77:11-20
Der Verfasser von Psalm 77 dachte intensiv über seine Schwierigkeiten bei der Suche nach Gott nach und brachte gleichzeitig seine Sorgen zum Ausdruck. Er erinnerte sich an die außergewöhnlichen Wunder der Vergangenheit, insbesondere an Gottes machtvolles Eingreifen, als Er das Meer teilte. Auch Josua erinnerte die Israeliten an Gottes mächtige Taten. Auch wir sollten unseren Blick von unseren Problemen auf Gottes außergewöhnliches Wirken richten und diese Gedanken mit anderen teilen. Es ist wichtig, sich an biblische Wunder zu erinnern, aber ebenso wichtig ist es, Gottes Wirken im Leben der Menschen in der Gegenwart zu erkennen. Denke über dein Zeugnis nach: Wie erlebst du Gottes Wirken? Was kannst du mit Familie und Freunden teilen, um sie zu ermutigen und Gott zu ehren?
FREITAG, 11. September 2026: 1. Korinther 11:23-27
Paulus erörterte die Bedeutung des Abendmahls und gab uns Hinweise, wie wir diesem heiligen Akt begegnen sollen. Er betonte, wie wichtig es ist, Herz und Verstand auf das Abendmahl vorzubereiten. Dies erinnert uns daran, innezuhalten, über Jesu Opfer nachzudenken und Dankbarkeit für Sein Leiden zum Ausdruck zu bringen. Seine Worte unterstreichen, wie wichtig es ist, das Abendmahl als heiliges Erlebnis mit Hingabe und Ernsthaftigkeit zu begehen. Er hob auch die Folgen hervor, wenn man ihm nicht die gebührende Ehrfurcht entgegenbringt. Wie bereitest du dich auf den Empfang des Abendmahls vor? Wie leitest du andere dabei an?
SABBAT, 12. September 2026: Josua 4:14-24
Die Reise der Israeliten führte sie über den Jordan; ein entscheidender Moment, der an die Erlebnisse ihrer Vorfahren erinnerte. Sie wurden Zeugen einer tiefgreifenden Demonstration von Gottes Macht, als das Wasser auf wundersame Weise zum Stillstand kam und ihnen einen trockenen Weg ebnete. Dieses eindrucksvolle Bild verdeutlichte Freunden wie Feinden, dass der Gott der Israeliten dieses außergewöhnliche Ereignis lenkte. Anschließend beauftragte Josua je einen Vertreter jedes Stammes, Steine aus dem Flussbett zu sammeln, um ein bleibendes Denkmal für dieses göttliche Wirken zu errichten. Gott hat uns ein verheißenes Land geschenkt, in das wir reisen sollen. Wo stehst du auf diesem Weg? Bist du bereit, zuzuhören und Ihm zu folgen? Verpasse nicht die Wunder!
BIBELSTELLEN:
Studientext: Josua 4:14-24
weiterführende Texte: Josua Kapitel 4
Andachtstext: Lukas 8:35-39
Merkvers:
„Wenn in Zukunft eure Kinder ihre Väter fragen und sagen werden: ‚Was bedeuten diese Steine?‘, so sollt ihr es euren Kindern erklären und sagen: Israel ging auf trockenem Boden durch diesen Jordan.“ (Josua 4:21b-22)
KERNINHALT:
Wir werden angehalten, Gottes rettende Taten durch Gedenkfeiern und Rituale in Erinnerung zu behalten, damit wir Seine unerschütterliche Liebe zu uns vollends verstehen können.
FRAGEN ZUM TEXTSTUDIUM:
- Auf welche Weise hat Gott in deinem Leben, deiner Familie oder deiner Gemeinde Seine Treue besonders deutlich gezeigt? Wie erinnerst du dich am liebsten an Gottes Wirken?
- Wie hat der HERR Josua an jenem Tag vor ganz Israel erhöht (Vers 14; siehe auch Josua 3:7-17)? Wie reagierte Israel auf Josua nach dem Überqueren des Jordans? Warum hat Gott Josua gerade in diesem Moment der israelischen Geschichte öffentlich erhöht?
- Welche Bedeutung hatte es, dass der Jordan kurzzeitig stehen blieb und dann wieder floss, als die Priester mit der Bundeslade das Flussbett betraten und wieder verließen (Vers 18)? Was offenbarte dies über Gottes Macht und Gegenwart?
- Was tat Josua mit den zwölf Steinen, die er aus dem Jordan holte (Vers 20)? Warum fragten spätere Generationen nach den Gedenksteinen (V. 21)? Warum war es wichtig, dass das Denkmal aus physischen Steinen bestand und nicht nur aus mündlicher Überlieferung? Wie beeinflussen greifbare Erinnerungsstücke Gedächtnis und Glauben?
- Welche zwei Absichten des Wunders werden in Vers 24 genannt? Warum wollte Gott, dass „alle Völker der Erde“ Seine Macht erkennen? Inwiefern spiegelte dies Gottes übergeordneten Auftrag für Israel wider (siehe Genesis/ 1. Mose 12:1-3)? Was bedeutet in diesem Zusammenhang die biblische Ehrfurcht vor dem HERRN (siehe Sprüche 1:7 und Psalm 111:10)?
- Welche Gedenkorte oder rituelle Handlungen hat Gott der Gemeinde heute gegeben, welche die Gläubigen an sein Erlösungswerk erinnern (vergleiche Römer 6:3-4; 1. Korinther 11:23-26)? Wie kann deine Familie oder Gemeinde sinnvolle Bräuche entwickeln, die den Menschen helfen, sich an Gottes Wirken zu erinnern?
VERSTEHEN UND AUSLEBEN von Chuck Meathrell
EINE GEDENKSTÄTTE
Während eines dringend benötigten Urlaubs besuchte unsere Familie ein Museum, das an einen tragischen Tag in der Geschichte der Vereinigten Staaten erinnert. Wie sollten wir die Bedeutung dieses Ereignisses vermitteln? Wie könnten wir es unseren Kindern verständlich machen? Es geschah ein ganzes Jahrzehnt vor ihrer Geburt, aber es war ein so tiefgreifender Moment in der Geschichte unserer Nation gewesen. Wir betraten das große, glänzende Gebäude, gingen eine lange Rampe hinunter und stiegen dann die Treppe zum Untergeschoss hinab. Dort sahen wir uns viele Videos an, die die Tragödie schilderten, und kämpften gegen die Tränen an. Die USA hatten sich an diesem Tag verändert. Dieses Museum erinnerte uns daran. Die Herausforderung würde darin bestehen, unseren Kindern einen Teil dieser zentralen Erinnerung zu vermitteln. Sie mussten es verstehen.
Kannst du dir den Moment vorstellen, als der alte Israelit die Erfüllung von Gottes Verheißung erlebte? Ihre Zehen und die Tausender deiner engsten Freunde im Wasser des Jordans! Vielleicht warst du nicht dabei, als Israel das letzte Mal hierher kam. Du bist zu jung, um sich zu erinnern, aber hast eine gewisse Vorstellung davon, was es brauchte, damit dieser Moment kam – unglaubliches Leid, so viele dramatische und traumatische Fehler – bezahlt mit furchtbarem Schmerz und Menschenleben.
Du hast von der Durchquerung des Schilfmeers, von dem Manna und den Wachteln, von den Ereignissen am Fuße des Berges und auf dem Gipfel des Sinais vor langer Zeit gehört. Schließlich hast du von den Kundschaftern gehört, die vom anderen Ufer desselben Flusses zurückkehrten und von den unterschiedlichen Dingen berichteten, die das Land zu bieten hatte. Wie es in dem alten Lied heißt: „Manche sahen Riesen, groß und hochgewachsen; manche sahen Trauben vom Himmel fallen.“ Und die Menschen verloren den Glauben an den Gott, der sie vor den Ägyptern gerettet und Wolken- und Feuersäulen gesandt hatte. Wie konnte das nur in Vergessenheit geraten?
ERINNERT EUCH!
Diese Geschichte hast du wahrscheinlich nicht in der Kinderbibelwoche kennengelernt. Neben der Speisung der Fünftausend, den Zehn Geboten und unzähligen anderen wichtigen biblischen Ereignissen hast du sicher auch von der Durchquerung des Schilfmeers auf trockenem Boden gehört. Das war zweifellos ein unglaubliches Wunder. Doch das hier ist das weniger bekannte Echo dieses Ereignisses, das sich vor vier Jahrzehnten ereignet hatte. So wie sich in Exodus/ 2. Mose Kapitel 14 das Wasser auf unnatürliche Weise gestaut hatte, so staute sich nun auch der Fluß Jordan. Das Gewässer war zwar kleiner, aber der Gott der Israeliten war derselbe. Nun folgten sie der Bundeslade.
Sie folgten Gott buchstäblich in den Empfang der Verheißung. Es ist wichtig zu erkennen, dass neben dem trockenen Boden unter ihren Füßen auch Gottes Kraft und Gegenwart beide Male mit ihnen waren. In beiden Fällen traten die Israeliten in eine neue Phase von Gottes Plan für sie ein. Sie hatten so viel durchgemacht – zweifellos größtenteils durch ihre eigene Torheit –, aber nun nahmen sie endlich in Besitz, was ihnen zustand. Kein Warten mehr. Sie griffen zu – Ehre sei Gott!
In Josua Kapitel 4 befahl Gott Josua, dass jeder Stamm einen Stein aus dem Flussbett holen sollte, um ein Denkmal zu errichten. Dann erklärte er, dass man den Kindern, wenn sie fragten, was die ungewöhnliche Steinformation bedeute, die Antwort geben könne. Es war ein Denkmal für Gottes Treue. Denn genau das ist Gott. Es ist eine Eigenschaft, die Er in der gesamten Heiligen Schrift immer wieder zeigt. Wir sind sehr vergesslich, deshalb brauchen wir diese Erinnerungen daran, was Gott für uns getan hat. Die Bedeutung dieses Ereignisses reichte weit über die Menschen vor Tausenden von Jahren hinaus. Sie gilt auch uns heute. Gott hat sich nicht verändert. Der Gott, der das Rote Meer und den Jordan teilte, ist derselbe Gott, der dich im Mutterleib formte und der deine Tage gezählt hat.
Auch für Gott ist Erinnerung ein wichtiger Begriff. Er möchte, dass wir uns an Seine Taten erinnern. Er befahl den Israeliten, diese Steinformation zu errichten, weil Er sich nach einem Bund mit ihnen sehnte. Er wollte, dass sie Ihn erkennen. Er hat sich immer nach einer Beziehung zu Seinem Volk gesehnt, ob wir nun bereit waren, uns Ihm zu unterwerfen und zu lieben oder nicht. Ich erinnere mich an Jesus, wie er zu Tisch lag und die Worte sprach, die unsere Pastoren jedes Mal sprechen, wenn wir gemeinsam das Abendmahl feiern: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ Jesus spricht gleichsam: „Erinnert euch an mich. Erinnert euch an meine unerschütterliche Treue. Erinnert euch, dass ich euch nie im Stich gelassen habe. Erinnert euch, dass ich euch von eurer Torheit und eurem Stolz erlöst habe. Erinnert euch, dass ich euch aus Ägypten ins Gelobte Land geführt habe. Ich habe alles in meiner Macht Stehende getan – bis hin zum Kreuz –, um euch zu mir zu ziehen. Werdet ihr das tun? Werdet ihr euch erinnern können?“
EIN TIEFSINNIGER AUGENBLICK
Jede Generation hat ihre prägenden Momente – jene, an die man sich genau erinnert, wo man war, als sie geschahen. Ich erinnere mich, wie meine Mutter mir erzählte, wo sie war, als John F. Kennedy erschossen wurde. Viele aus der Generation davor erinnern sich an das Ende des Zweiten Weltkriegs. Meine Generation erinnert sich an die Anschläge vom 11. September. Ich saß im Psychologieunterricht an der Liberty High School, nicht weit von dem Mädchen entfernt, das später meine Frau werden sollte. Wir erlebten Dinge, die uns unser Leben lang begleiten sollten. Solche Dinge bleiben uns in der Regel im Gedächtnis.
Dann, über zwanzig Jahre später, schlenderten meine Frau, meine Söhne und ich durch dieses Museum in Manhattan, und ich wünschte mir so sehr, dass sie einen Einblick in die harte Realität des 11. September 2001 bekämen. Ironischerweise schützte ich sie vor einigen der schmerzhaftesten Bilder. Obwohl es eine wichtige Erfahrung war, gehe ich nicht davon aus, dass wir zurückkehren werden. Es war schmerzhaft, und wir haben das Beste daraus gemacht.
Die Israeliten wurden aus einem viel freudigeren Grund beauftragt, dieses Denkmal zu errichten. Sie bauten es, damit zukünftige Generationen an Gottes Treue erinnert würden. Auch wir sollten danach leben. Unser Leben sollte ein Denkmal sein. Gott war (und ist) so treu, und es wäre eine Schande für uns, wenn wir Ihn jemals vergessen würden.
HINWEISE FÜR SABBATSCHULHELFER
ZUSAMMENFASSUNG
Gott wies Josua und das Volk an, zwölf Steine aus dem Jordan zu sammeln, um ein Denkmal für ihren erfolgreichen Durchzug durch den Jorden auf trockenem Boden zu errichten.
UNTERRICHTSAKTIVITÄTEN
Stellt Gegenstände wie ein Foto, ein Andenken von einer Reise, ein Diplomurkunde oder einen Ehering aus. Warum bewahren Menschen diese Dinge auf? Welche Erinnerungen halten sie fest? Was würde geschehen, wenn diese Erinnerungsstücke verloren gingen? Welchen geistlichen Nutzen hat es, sich bewusst an Gottes Treue zu erinnern? Gebt anschließend jedem Teilnehmer einen glatten Stein und bittet ihn, diesen in der Hand zu halten und darüber nachzudenken: Was hat Gott getan, das er oder nie niemals vergessen möchte? Welche Wahrheit über Gottes Wesen offenbart dieses Ereignis? Was wirst du jemandem erzählen, der dich nach deinem Gedenkstein fragt?
RÜCKBLICK UND AUSBLICK:
Die Geschichte des Jordandurchzugs der Israeliten hat uns die Bedeutung von Gedenkstätten und rituellen Handlungen gezeigt, die uns Gottes Treue vor Augen führen. Im Folgenden werden wir entdecken, wie Gottes Gegenwart bei unseren Erfolgen und Kämpfen uns hilft, Ihm treu zu bleiben.