21. Juni – 27. Juni 2026 – Amos: Ein Hirte wird zum Propheten berufen (4)

QUARTALSTHEMA: TREUE GLAUBENSZEUGEN (Juni – August 2026)

Einheit I

4. Amos: Ein Hirte wird zum Propheten berufen (Lektion 4 von 4)

Tagesandachten von Jasmine Lynch

SONNTAG, 21. Juni 2026: Jesaja 61:4-9

Was für eine Botschaft der Hoffnung und der Befreiung! All das, worauf Israel hoffen konnte, erfüllt sich in diesem Abschnitt: der Wiederaufbau der alten Ruinen, die Instandsetzung zerstörter Städte, Fremde und Ausländer, die ihnen als Arbeiter dienen würde, eine doppelt so große Ehre anstelle ihrer Schmach sowie Freude statt Verwirrung. All dies würde geschehen, weil „ich, der HERR, das Recht liebe … [und] ihr Werk in Wahrheit lenken und einen ewigen Bund mit ihnen schließen werde.“ (Vers 8) Dieser Bund würde sich auf ihre Nachkommen erstrecken und sie unter den Völkern bekannt machen. Das schließt uns mit ein. Lasst uns unsere Segnungen nicht als selbstverständlich betrachten.

MONTAG, 22. Juni 2026: Lukas 15:1-7

Jesus, der gute Hirte, kam, um das Verlorene zu suchen und zu retten (Lukas 19:10). Jesus veranschaulichte dies Seinen Zuhörern sehr bildhaft. Obwohl es sich um ein Gleichnis handelte, war die Bedeutung aufgrund des lebensnahen Bezugs für alle klar. Uns ist eine Aufgabe übertragen: Wir müssen für die Herde sorgen, und wenn ein Schaf fehlt, müssen wir das verlorene suchen. Allzu oft vergessen wir die Verlorenen, weil wir uns auf die bereits vorhandenen Gemeindemitglieder konzentrieren. Anstatt aktiv diejenigen zu suchen, die die Gemeinde verlassen haben oder nie zu ihr gefunden haben, warten wir darauf, dass sie von selbst zurückkehren. Jesus kam, um das Verlorene zu suchen, und wir sollten Seinem Beispiel folgen.

DIENSTAG, 23. Juni 2026: Amos 5:16-20

Amos, der vom Hirten zum Propheten wurde, wird in unserer Lehre oft übersehen, gilt jedoch weithin als der früheste der Schriftpropheten. Frühere Propheten wie Elia und Elisa waren eher für ihre Taten als für ihre Botschaft bekannt. Die Botschaft des Amos für das Nordreich Israel war eine Ankündigung des Unheils: sie handelte vom Tag des HERRN. Das Volk glaubte zwar, sich nach dem Tag des HERRN zu sehnen, bereitete sich jedoch leider nicht darauf vor. Und so würde es ein Tag der Finsternis sein, nicht des Lichts. Wenn der Tag des HERRN anbricht, wird auf allen Straßen Wehklagen herrschen – für all jene, die nicht umgekehrt sind. Bist du darauf vorbereitet?

MITTWOCH, 24. Juni 2026: Amos 5:21-27

„Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein mächtiger Strom.“ (Vers 24) Gottes Gerechtigkeit lässt sich nicht aufhalten. Sie fließt wie ein Fluss, und kein noch so großes Maß an Opfern, Brandopfern, Gesang oder Instrumentalspiel kann Gott besänftigen, solange wir weiterhin anderen Göttern dienen und uns weigern, Gerechtigkeit zu üben und vor Ihm gerecht zu leben. Er verlangt von uns, gerecht zu leben und unseren Mitmenschen gegenüber Gerechtigkeit walten zu lassen. Wie uns in Micha 6:8 gesagt wird, erwartet der HERR von uns, „Recht zu tun, Güte zu lieben und demütig mit deinem Gott zu wandeln.“

DONNERSTAG, 25. Juni 2026: Johannes 10:1-9

Jesus ist der gute Hirte. Seine Schafe kennen Seine Stimme, und Er führt sie auf sichere Weiden. Der Böse versucht, die Schafe zu stehlen, indem er sie ablenkt und sie daran hindert, die Stimme des guten Hirten zu hören. Doch Jesus ist die Tür. Der Böse kann nicht durch die Tür eintreten, um die Schafe zu stehlen, denn er weiß, dass der gute Hirte seine Schafe bewacht. Er versucht, die Schafe durch Täuschung und Ablenkung zu stehlen – etwa durch Irrlehren, einen übervollen Terminkalender und Ungehorsam gegenüber Gottes Geboten. Wir müssen darauf achten, auf die Stimme des guten Hirten zu hören und ihr zu folgen.

FREITAG, 26. Juni 2026: Johannes 10:10-18

Sobald wir Jesus annehmen, können wir darauf vertrauen, dass Er für uns sorgt. Wir kämpfen unsere Kämpfe nicht mehr allein. Jesus, der gute Hirte, hat Sein Leben für uns hingegeben – so wie ein guter Hirte darum kämpft, seine Schafe vor Raubtieren zu schützen. Die Schafe kennen die Stimme ihres Hirten, und der Hirte kennt seine Schafe. Jesus hat Sein Leben hingegeben, damit wir das Leben in Fülle haben können, doch der Böse versucht, es uns zu rauben. Jesus ist gekommen, um uns zu vereinen, so wie Er und der Vater eins sind. Die Gemeinde muss in Einheit mit dem guten Hirten stehen.

SABBAT, 27. Juni 2026:

Die Wahrheit ist schwer zu akzeptieren. Als Gott Amos erwählte und ihm eine Botschaft überbrachte, wurde er ins Exil geschickt. Wir verstecken uns gerne hinter Gottes verzeihender Natur und sagen, dass Seine Liebe bedingungslos ist und dass Er versteht. Hier sehen wir, dass Gottes Geduld Grenzen hat. Das Lot war ein starkes Symbol für Gottes Botschaft von Recht und Gerechtigkeit. Gott würde die Ungerechtigkeit Israels nicht länger dulden. „Ich werde mich mit dem Schwert gegen das Haus Jerobeam erheben … und Israel wird gewiss in die Gefangenschaft geführt werden.“ (Verse 9 und 11). Bringst du Gott dazu, dass Er sein Lot an dich anlegt?

BIBELSTELLEN:

Studientext: Amos 1:1; 2:11-12; 3:7-8; 7:10-15

weiterführende Texte: 2. Könige 14:23-29; 2. Chronik 26:1-15

Andachtstext: Psalm 23

Merkvers:

„Aber der HERR hat mich von den Schafen weggenommen, und der HERR hat zu mir gesagt: Geh, weissage meinem Volk Israel!“ (Amos 7:15)

KERNINHALT:

Wenn wir Menschen in Machtpositionen die Wahrheit sagen, fühlen wir uns womöglich eingeschüchtert. Wie können wir mutig die Wahrheit aussprechen, selbst wenn unsere Zuhörer nicht bereit sind, sie anzunehmen? Amos war ein einfacher Hirte, der auf Ablehnung stieß, als Gott ihn berief, mächtigen Königen und Priestern die Wahrheit zu verkünden.

FRAGEN ZUM TEXTSTUDIUM:

  1. Wann hast du dich schon einmal eingeschüchtert gefühlt, die Wahrheit auszusprechen – etwa aufgrund der Autorität, des Status oder des Einflusses einer anderen Person? Welche anderen Zwänge könnten Gläubige heute dazu verleiten, von Gottes Wahrheit zu schweigen?
  2. Welche Informationen gab Amos in Amos 1:1 über sich selbst preis? Was lässt der Zeitpunkt seines Wirkens auf den historischen Zusammenhang schließen (siehe 2. Könige 14:23-29; 2. Chronik 26:1-15)? Was verrät Amos’ Hintergrund über die Art von Menschen, die Gott dazu beruft, in Seinem Namen zu sprechen (siehe 1. Korinther 1:26-29)?
  3. Wie reagierte das Volk Israel auf diejenigen, die Gott in seiner Mitte hatte auftreten lassen (Amos 2:11-12)? Was könnte der Grund für dieses Verhalten gewesen sein (siehe auch Jeremia 7:25-26 und Matthäus 23:34-37)? Warum sieht sich ein Prophet gemäß Amos 3:7-8 dazu gedrängt, die Botschaft Gottes zu verkünden, selbst wenn diese möglicherweise unliebsam ist?
  4. Wer war Amazja, und welche Anschuldigung erhob er gegen Amos (Amos 7:10-15)? Was offenbart Amazjas Reaktion auf Amos über das Verhältnis zwischen politischer Macht, religiöser Autorität und prophetischer Wahrheit? Welchen Standpunkt vertrat Amos hinsichtlich der Quelle seiner Autorität?
  5. Wie kann uns der Gedanke, dass Gott Seinen Willen offenbart und Seine Diener beruft (Amos 3:7), dabei helfen, Angst zu überwinden? Welche praktischen Schritte können Gläubige unternehmen, um die Wahrheit sowohl mit Mut als auch mit Demut auszusprechen?

VERSTEHEN UND AUSLEBEN von Joan Small

GOTT KENNEN

Amos war Hirte oder Schafzüchter; zudem pflegte er Maulbeerfeigenbäume, was darauf hindeutet, dass er eigene Bestände dieser Bäume besaß. Als Besitzer von Herden und Baumbeständen, der in dem judäischen Dorf Tekoa lebte, war er vermutlich ein wohlhabender Mann, als Gott ihn dazu berief, als Prophet für das Volk Israel zu wirken. Amos stammte weder aus einer Priesterfamilie noch aus einem anderen Stand, der ihn für den Prophetedienst prädestiniert hätte. Dennoch erwählte Gott ihn, um Seine Botschaft zu verkünden. Sein Name bedeutet „Beladener“ oder „der von Gott Getragene“. Es ist offensichtlich, dass Amos eine rechte Beziehung zu Gott pflegte und Ihm trotz der im Land herrschenden Verderbtheit diente. Amos wusste von anderen Propheten, die Gott berufen hatte, und kannte die Art und Weise, wie diese auf Gottes Ruf in ihrem Leben reagiert hatten. Aus seiner Berufung lässt sich zudem schließen, dass Amos regelmäßig mit Gott im Gespräch stand und sich der Liebe bewusst war, die Gott für Sein Volk hegte.

Laut dem „Holman Illustrated Bible Dictionary“ [deutsch etwa: Holman Bildwörterbuch zur Bibel] war Amos von einer Haltung der Erwartung und Vorfreude auf das Wirken Gottes inmitten seines Volkes geprägt. Er lebte in einer Zeit relativen Friedens und politischer Stabilität in Israel und Juda. Das Volk erlebte materiellen Wohlstand und wirtschaftliches Wachstum. Doch diesem Wohlstand lag ein tiefgreifender moralischer, sozialer und religiöser Verfall zugrunde. Dies stand im Widerspruch zu ihrer Lebensweise: Zwar glaubten die Israeliten, dass Gott ihnen den Wohlstand schenkte, aber ihre Reaktion darauf führte sie von Ihm weg. In Seiner Gnade und Barmherzigkeit wollte Gott, dass Sein Volk von der Strafe erfuhr, die Er über sie verhängen würde. So erwählte Gott Amos zu seinem Boten für Israel und verlieh ihm die Kraft und Entschlossenheit, diese Aufgabe zu erfüllen.

GOTT DIENEN

JAHWE ist ein heiliger Gott. Er erwartete von Seinem Volk, dass es ein heiliges Leben führt und Seine Heiligkeit widerspiegelt, damit auch andere Völker von diesem heiligen Gott erfahren und Ihm dienen können. Gott erwählte das Volk Israel, Ihm in Heiligkeit zu dienen. Stattdessen wandte sich Israel der Ungerechtigkeit und der Gier zu, verehrte falsche Götter und folgte korrupten Anführern. Die Anbetung JHWHs hatte für die Israeliten nicht mehr obersten Vorrang. Ihre Ablehnung Gottes und Seiner Heiligkeit erzürnte Ihn. Daher sandte Er eine Warnung nach der anderen an Sein Volk, damit es von seinen sündigen Wegen umkehren möge. Mit diesen Warnungen erwies Gott ihnen zunächst Barmherzigkeit. Doch als deutlich wurde, dass sie nicht zu Gott zurückkehrten, beschloss Er, Seinen Zorn über die Kinder Israel auszugießen.

Der Gott der Gerechtigkeit erwählte Amos, um das Volk wissen zu lassen, was Er zu tun im Begriff war, noch ehe Er es tat. Doch sie wiesen Gott weiterhin zurück und wandten sich davon ab, Ihm zu dienen. Es gab keinerlei Anzeichen von Umkehr oder Zerknirschung des Herzens angesichts ihres Versagens, Gottes Heiligkeit widerzuspiegeln. Gott wollte, dass die Könige, Priester, religiösen Leiter und das gesamte Volk wussten, dass Er im Begriff war, Sein Gericht über Israel zu verhängen. Gott gebrauchte Amos, um auf ihre Sünden hinzuweisen, und schenkte ihm wiederholt Visionen von drohender Gefahr, damit Israel Bescheid wüsste und umkehren könnte. Doch das Volk sündigte weiter und entfernte sich immer mehr von Gottes Wegen und Anliegen. Gottes Geduld mit Israel neigte sich dem Ende zu, und Er gab Amos drei Visionen, um zu zeigen, wie Er vom Erbarmen zum Gericht überging.

KEIN BLATT VOR DEN MUND NEHMEN

Als Amos begann, zum Volk Israel zu sprechen, waren die Menschen für seine Botschaften nicht empfänglich. Sie erkannten ihn nicht als einen von Gott gesandten Propheten an. Amazja, der Priester von Bethel, warf ihm vor, ein „Berufsprophet“ (also ein Prophet gegen Bezahlung) zu sein, doch Amos erklärte voller Zuversicht, dass der souveräne Gott ihn aus seinem Leben als Hirte und Landwirt berufen habe, um diesen prophetischen Dienst zu erfüllen. Amos scheute sich nicht, für Gott einzutreten – selbst als Amazja eine Nachricht an König Jerobeam sandte, in der er Amos der Verschwörung bezichtigte und behauptete, dessen Worte würden einen Aufruhr im Volk auslösen. Als Amazja damit nicht das gewünschte Ergebnis erzielte, beschimpfte er Amos und forderte ihn auf, nach Juda zurückzukehren und dort zu predigen. Er untersagte Amos, seine Prophezeiungen im königlichen Heiligtum zu verkünden oder gegen Israel zu predigen und zu prophezeien, da er nicht glaubte, dass Amos von Gott gesandt war.

Amos ließ sich weder von Amazjas Worten noch von dessen Zweifeln an seiner Echtheit als Prophet Gottes einschüchtern. Vielmehr zeigte sich seine Entschlossenheit als Prophet Gottes in seiner Antwort an Amazja. Er erklärte voller Zuversicht, dass er weder eine Ausbildung zum Propheten durchlaufen hatte noch zu den „Bezahlpropheten“ gehörte. Er war lediglich ein Hirte und Landwirt, der sich um seine Herden und Feigenbäume kümmerte, als Gott ihn berief und zu dem Auftrag aussandte: „Geh und weissage meinem Volk Israel.“ (Amos 7:15)

Es kann für Amos keine leichte Aufgabe gewesen sein, das Vertraute hinter sich zu lassen und sich auf etwas Unbekanntes einzulassen. Doch er kannte JAHWE und stellte sich Ihm für Seinen Dienst zur Verfügung. Als Amos die Visionen von Gott empfing, flehte er Ihn zweimal an, sie nicht in die Tat umzusetzen. Doch bei der dritten Vision – dem Senkblei – blieb Gott unnachgiebig und hielt an Seinem Vorhaben mit Israel fest. Amos wusste, dass Gott zu seinem Herzen gesprochen hatte, und war entschlossen, Gott zu gefallen. Es ging ihm nicht darum, ob die Menschen die Botschaft annehmen oder ablehnen würden. Sein Anliegen war es, dorthin zu gehen, wohin Gott ihn sandte, und das zu tun, was Gott ihm auftrug.

Wie bereit und verfügbar bist du, das zu tun, wozu Gott dich beruft? Wirst du darüber nachdenken, ob die Menschen, zu denen Gott dich sendet, dich vielleicht loswerden wollen, oder genügt es dir, einfach Gottes Willen zu tun? Während du über diese Fragen nachdenkst, bete ich darum, dass du – sollte Gott dir ein Wort geben – für Ihn sprichst, ganz gleich, wie die Umstände sind. Die Berufung des Amos zeigt, dass Gott jeden Menschen gebrauchen kann, um Seinen Plan auszuführen, sofern dieser bereit und dem Ruf gegenüber gehorsam ist.

HINWEISE FÜR SABBATSCHULHELFER

LERNZIELE:

  1. Erkenntnis gewinnen: Listet die Abfolge der Ereignisse auf, durch die Gott Amos berief, Sein Verfechter der Wahrheit zu werden.
  2. Liebe üben: Schätzt es, von Gott berufen zu sein, Seinen Willen zu erfüllen.
  3. Dienen: Sucht nach Gelegenheiten, euch dafür einzusetzen, dass Gottes Wille geschehen möge, und ergreift diese.

UNTERRICHTSAKTIVITÄTEN

Teilt die Sabbatschulklasse in zwei Gruppen bzw. „Lager“: Das eine argumentiert, Amos hätte Konfrontationen mit mächtigen Anführern vermeiden sollen, um sich in Sicherheit zu bringen. Das andere argumentiert, er habe keine andere Wahl gehabt, als Gottes Botschaft zu verkünden. Lest anschließend Amos 3:7-8 und überlegt, warum der Prophet Schweigen für unmöglich hielt. Bittet die Teilnehmer, über Situationen nachzudenken, in denen Menschen heute die Wahrheit gegenüber Autoritäten aussprechen müssen, sei es am Arbeitsplatz, in der Schule, Gemeinde oder Nachbarschaft. Diskutiert Parallelen zu Amos’ Erfahrung und wie der Glaube das Verhalten von Gläubigen in solchen Momenten prägt.

RÜCKBLICK ZU EINHEIT I:

In dieser Lerneinheit haben uns Deborah, Hannah, Jonathan und David sowie Amos gezeigt, wie treue Gläubige Zeugnis von den Verheißungen Gottes ablegen. Sie haben uns dazu ermutigt, ebenfalls mutig und glaubenstreu von Gottes Verheißungen zu zeugen.

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