QUARTALSTHEMA: DIE SEELE EINER NATION (September – November 2026)
Einheit II
6. Gottes Werk trotzt dem Bösen (Lektion 1 von 3)
Tagesandachten von Antonio Rivera-Reyes
SONNTAG, 4. Oktober 2026: Römer 5:1-10
Gottes Gnade ist unermesslich! Schon bevor wir Christus als unseren Herrn und Retter annahmen, offenbarte Gott uns Seine Gnade. Er sandte Seinen einzigen Sohn, um für uns alle zu sterben, und durch unseren Glauben an ihn empfingen wir Seine Gnade und wurden mit unserem himmlischen Vater versöhnt. Obwohl wir Seine Gnade und Barmherzigkeit in keiner Weise verdienten, schenkte er sie uns unverdient. In ihr finden wir Trost und Freude, selbst im Leid. Lasst uns zu Beginn dieser Woche über Gottes unermessliche Gnade nachdenken und Seine Liebe und Sein Opfer für uns erkennen.
MONTAG, 5. Oktober 2026: Römer 5:11-21
Christi Opfer am Kreuz von Golgatha war ein überwältigender Beweis Seiner unendlichen Liebe zur Menschheit. Obwohl die Sünde durch einen einzigen Menschen in die Welt kam und sich über die ganze Erde ausbreitete, erniedrigte sich Gott und wurde Mensch: Jesus Christus. Er lebte ein vollkommenes Leben und starb, damit die Menschheit das Geschenk des ewigen Lebens empfangen kann. Durch Ihn werden alle, die an Ihn glauben, durch Seinen Gehorsam gerechtfertigt. Seine Gnade ist trotz unserer Sünde unermesslich. Sie wird jedem von uns geschenkt. Römer Kapitel 5 hilft uns zu erkennen, dass mit Gott immer eine positive Veränderung einhergeht, wenn der HERR in unserem Leben wirkt. Wir waren tot, aber jetzt leben wir durch Christus!
DIENSTAG, 6. Oktober 2026: Deuteronomium/ 5. Mose 12:1-14
Gott gab genaue Anweisungen, wie die Israeliten Ihn anbeten sollten. Indem Er wollte, dass sie Seinen Geboten folgten, wollte Er ihnen letztendlich zum Nutzen gereichen und sie daran erinnern, wer ihnen den Segen schenkte. Wohin der HERR sie auch immer senden würde, sollten sie ihre Opfergaben darbringen und Ihn anbeten, damit der HERR an diesem Ort wohnen konnte. Lasst uns darüber nachdenken, warum Gott uns an diesen Ort gestellt hat und wozu wir in unserem Dienst berufen sind. Wo immer wir sind, müssen wir Seinem Namen Ehre und Herrlichkeit bringen!
MITTWOCH, 7. Oktober 2026: Deuteronomium/ 5. Mose 12:20-32
Gott möchte, dass Seine Kinder Seine Gebote befolgen und Ihm Gehorsam und Anbetung erweisen. Er warnte die Israeliten vor unwürdigen Formen der Anbetung. Er wies sie an, sich nicht an den Anbetungsweisen anderer Völker zu orientieren, denn diese waren abscheulich. So wie den Israeliten geboten wurde, den Anbetungsweisen anderer Völker nicht zu folgen, müssen auch wir in unserer Anbetung des HERRN achtsam sein. Wir dürfen niemals falsche Überzeugungen und Bräuche als wahre Anbetung ausgeben. Wir müssen uns regelmäßig selbst prüfen und wachsam sein gegenüber allem, was uns täuschen kann, wenn wir uns der wahren Anbetung widmen.
DONNERSTAG, 8. Oktober 2026: Kolosser 3:1-11
Wenn wir wirklich wollen, dass Christus in uns ist, müssen wir unsere menschliche Natur ablehnen, die an dieser Welt hängt. Wir müssen gegen alles, was unser Fleisch begehrt, in den Krieg ziehen und uns dabei für tot halten. Wir müssen unsere Herzen, unsere Seelen und unseren Verstand für Christus öffnen, denn in Ihm werden wir alle neu gemacht. Es spielt keine Rolle mehr, woher wir kommen oder wer wir einmal waren. Er kam für die ganze Menschheit. Er kam, um diejenigen zu retten, die seinen Namen anrufen. Wenn wir unsere Kreuze auf uns nehmen und Ihm folgen, können wir uns Ihm ganz hingeben.
FREITAG, 9. Oktober 2026: Kolosser 3:12-17
Als Brüder und Schwestern in Christus müssen wir einander lieben und vergeben, so wie Christus es tat. Wir müssen erkennen, dass Er uns auch heute noch vergibt. Wie verhalten wir uns gegenüber unseren Brüdern und Schwestern in unseren Gemeinden? Gehen wir uns einander auf die Nerven? Tragen wir Groll und negative Gefühle in uns? Als Gemeinde sind wir eine Familie, und dazu gehören auch Meinungsverschiedenheiten und Herausforderungen. Doch als Leib Christi müssen wir einander lieben und Gott die Ehre geben! Wir sind berufen, gemeinsam diesen Weg der Versöhnung mit dem Vater zu gehen.
SABBAT, 10. Oktober 2026: Richter 2:1-15
Gott erinnert Sein Volk stets daran, dass Er ihr Gott ist und sie nicht verlassen hat. In diesem Bibeltext warnte der HERR Sein Volk vor den Folgen einer Abkehr von Ihm. Die neue Generation Israels entschied sich nach dem Tod Josuas, den Baalen zu dienen. Weil sie sich für den Baals-Gottesdienst entschieden hatten, gab Gott sie in die Hände ihrer Feinde. Doch er sandte die Richter, um sie zu befreien. Gott ist Seinem Volk immer treu, selbst wenn es sich entscheidet, Ihm nicht treu zu sein. Seine Liebe zu uns ist groß; Er verlässt uns niemals und sandte Seinen Sohn, um uns zu erlösen.
BIBELSTELLEN:
Studientext: Richter 2:6-15
weiterführende Texte: Richter Kapitel 2
Andachtstext: 1. Korinther 10:1-14
Merkvers:
„Da taten die Kinder Israels, was böse war in den Augen des HERRN, und sie dienten den Baalen.“ (Richter 2:11)
KERNINHALT:
Gott beweist Seine Liebe zur Menschheit dadurch, dass Er Seinem Bund mit Seinem Volk treu bleibt, damit Sein Volk, nachdem es vom rechten Weg abgekommen ist, zu Ihm zurückkehren kann.
FRAGEN ZUM TEXTSTUDIUM:
- Wie würdest du den Glauben deiner Generation mit dem der vorherigen Generation vergleichen? Warum ist jede Generation dafür verantwortlich, ihren eigenen Glauben zu entwickeln, anstatt sich auf den Glauben vorheriger Generationen zu verlassen?
- In welchem geistlichen Zustand befand sich Israel zu Josuas Lebzeiten (Josua 24:31)? Welches Bundesverhältnis bestand zwischen Gott und Israel (siehe Exodus/ 2. Mose 19:3-8; Deuteronomium/ 5. Mose 7:6-11)? Welche Warnungen hinsichtlich eines sich Abwendens vom HERRN hatten Mose und Josua nach dem Einzug in Kanaan ausgesprochen?
- Wer half nach Josuas Tod, den Glauben Israels zu bewahren? Was hatten sie persönlich miterlebt? Warum, glaubst du, stärkte die unmittelbare Erfahrung von Gottes Wirken ihren Glauben? Welche bedeutende Veränderung trat nach dem Tod dieser treuen Generation ein?
- Was bedeutet es, dass die neue Generation „den HERRN und Sein Werk für Israel nicht kannte“? Was trug dazu bei, dass die nächste Generation den HERRN nicht kannte (siehe Deuteronomium/ 5. Mose 6:6-9; Psalm 78:5-8)? Warum ist dieser Vers einer der entscheidenden Wendepunkte in der Geschichte Israels?
- Welche konkreten Sünden beging Israel? Wie reagierte Gott auf Israels Auflehnung? Inwiefern beweist Gottes Züchtigung Seine Bundestreue und nicht die Ablehnung Seines Volkes?
- Hast du jemals bemerkt, dass du dich allmählich von Gott entfernt hast, anstatt Ihn plötzlich zu verlassen? Welche Warnzeichen sollten Gläubige erkennen? Wenn Gott Sein Volk liebevoll zurechtweist, welche Reaktionen zeugen von Reue und nicht von Widerstand?
VERSTEHEN UND AUSLEBEN von Jerry Johnson
NICHTS ÄNDERT SICH JEMALS WIRKLICH
Es gibt das alte Sprichwort, dass sich die Geschichte wiederholt, und daraus folgt, dass man keine besseren Ergebnisse erwarten kann, wenn man dasselbe wiederholt. Das Buch der Richter veranschaulicht dies am Beispiel des Volkes Israel. Gott hatte ihnen Seine Liebe, die bis zu Abraham zurückreichte, durch einen unauflöslichen Bund (Deuteronomium/ 5. Mose 7:9) bewiesen. Derselbe Engel des HERRN, der sie aus der ägyptischen Gefangenschaft geführt hatte (Exodus/ 2. Mose 14:19; 23:20-23; 33:2), warnte sie nun davor, ihren Bund mit Gott zu brechen, indem sie Verträge mit heidnischen Völkern schließen, Mischehen eingehen und deren Götzen anbeten würden.
Viele Gelehrte glauben, dass es sich hierbei um eine Christophanie handelt, also eine Erscheinung Christi vor Seiner Menschwerdung (siehe Josua 5:13-15 für ein weiteres mögliches Beispiel). Es war eine Warnung: Ungehorsam würde bedeuten, dass jene Völker Israel ein Dorn im Auge und deren Götter ihnen eine Falle wären. Dieses Muster durchzieht das gesamte Leben Israels und ist im Alten Testament allgegenwärtig. Es ist ein wiederkehrendes Thema im Buch der Richter.
SICH VOM HERRN ABWENDEN
Die Verse 6-8 in Richter Kapitel 2 schildern Josuas Wirken in seinen letzten Tagen vor seinem Tod im Alter von 110 Jahren und fassen Josua 24:28-31 zusammen. Die Menschen seiner Generation erlebten Gottes Wirken während der gesamten 40 Jahre in der Wüste und die Ereignisse im Buch Josua über die Inbesitznahme des Gelobten Landes. Sie konnten das Land in Besitz nehmen und erlebten nach Josuas Beerdigung im Bergland von Ephraim eine kurze Zeit des Friedens und des Wohlstands. Tragischerweise kannte die nächste Generation „den HERRN nicht und auch nicht das Werk, das Er für Israel getan hatte.“ (Vers 10) R.C. Sproul fasst in der Reformationsstudienbibel dies wie folgt zusammen:
„Eine Generation soll der nächsten von Gottes Wundertaten berichten (Deuteronomium 4:9; 6:1-6). Spätere Psalmisten preisen sie (Psalm 44:1-3; 78:2-8). Wenn Gottes Volk Ihn persönlich kennt und weiß, was Er getan hat, wird es die Gebote Seines Bundes befolgen. Doch nach Josua versäumen es die Anführer – Familienoberhäupter, Priester und Richter –, den Bund zu halten oder der nächsten Generation von Gottes mächtigen Taten zu erzählen.“ (S. 357)
In der heutigen westlichen Welt beobachten wir dieses Phänomen immer wieder. In den Vereinigten Staaten haben in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als vier von fünf jungen Menschen, die in bibeltreuen Gemeinden aufgewachsen sind, die Kirche verlassen, bevor sie ihr Studium abgeschlossen oder ins Berufsleben eingestiegen sind. Meine vier Söhne gehören ebenfalls zu dieser Gruppe. Bei uns mögen die jahrelangen Auslandseinsätze meiner Eltern, die Kirchenspaltungen oder andere Faktoren eine Rolle gespielt haben. Rückblickend sehe ich, dass ich meinen Söhnen nicht beigebracht habe, Gott zu kennen und ihrer Beziehung zu Ihm Vorrang zu gewähren. Dasselbe Bild sehen wir im gesamten Westen; in Kanada und Europa ist die Lage sogar noch dramatischer, da Kirchen, die vor den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts florierten, heute zu verlassenen Museen geworden sind. All dies zeigt, dass es keine Garantie dafür gibt, dass die Treue einer Generation an die nächste weitergegeben wird.
Erschreckenderweise taten die Israeliten „was dem HERRN missfiel, und dienten den Baalen.“ (Vers 11). Sie waren bereit, den Gott, der ihnen im wahren Sturm des Auszugs aus Ägypten beigestanden hatte, für einen falschen kanaanäischen Sturmgott aufzugeben. Man beachte, dass sie den wahren Gott gegen eine Fälschung eintauschten. Genau darüber schrieb Paulus in Römer 1:18-32: die Anbetung der Schöpfung anstelle des Schöpfers, die zu Götzendienst, Unmoral und geistlichem Verfall führt.
SICH FALSCHEN GÖTTERN ZUWENDEN
Unsere heutige Welt ist voller Götzen aller Art. Wir sehen sie auf Plakaten und in sozialen Medien, in Filmen und Fernsehsendungen, im Einzel- und Mannschaftssport, auf Produkten und in Besitztümern, die wir angeblich haben sollen. Viele davon begegnen dir wahrscheinlich mühelos, wenn du dein elektronisches Gerät einschaltest oder durch Straßen fährst, wo Schilder am Straßenrand stehen. Phil Knight der Sportartikelfirma Nike wählte klugerweise das Motto „Just Do It“ („Tu es einfach“), um Generationen von Käufern in den letzten über 60 Jahren für seine Bekleidungslinien zu begeistern. Dinge, die an sich nicht verwerflich sind, können zu bösen Zwecken missbraucht werden, wenn das menschliche Herz sie zum Objekt der Begierde und des Verlangens macht. All dies steht heute genauso im Konflikt mit unserer Treue zu Christus wie damals für Israel, als es die Ehrfurcht vor dem einen wahren Gott aufgab.
„Einen Götzen anzubeten verstieß gegen die ersten beiden der Zehn Gebote (Exodus 20:3-6). Die Kanaaniter hatten Götter für fast jede Jahreszeit, Aktivität und jeden Ort. Für sie war der HERR nur ein weiterer Gott, den sie ihrer Göttersammlung hinzufügen konnten. Im Gegensatz dazu sollte Israel nur den HERRN anbeten. Sie konnten unmöglich glauben, dass Gott der wahre Gott sei, und sich gleichzeitig einem Götzen beugen.“ (Die lebensnahe Bibel, S. 342)
Darüber hinaus „übernahmen die Israeliten, als sie den Baalen dienten, die in vorherrschende mythologische Weltanschauung der sie umgebenden regionalen Kulturen. (Richter 2:11) Die höchsten Autoritäten des kanaanäischen Weltbilds waren die Götter El und Aschera, die Eltern aller anderen Götter. Die zweite Götterebene war eine besonders ungestüme Gruppe, wie die aus Ugarit überlieferten Mythen belegen. Diese Götter wirkten über die Mächte, das politische Schicksal von Städten und Reichen und sogar über abstrakte Konzepte wie Gerechtigkeit. Eine dritte Götterebene diente den höchsten Göttern als Handwerker und Künstler. Am unteren Ende der göttlichen Hierarchie standen die Götterboten – die Engel.“ (Die chronologische Studienbibel, S. 262)
All dies führte zu großem Unheil. Der HERR lieferte Israel ihren Feinden aus und entzog ihnen Seinen Schutz, sodass sie in „großer Not“ waren. In seiner Barmherzigkeit und Geduld erweckte Gott Richter, um sie zu retten. Die Verse 16-20 fassen diesen Zyklus zusammen, der sich durch diese Zeit zog und leider bis in die Zeit der Könige und darüber hinaus andauerte. Die Korruption verschlimmerte sich sogar noch, weil die Lehren vergangener Generationen nie angenommen und angewendet wurden. Viele sehen Parallelen zwischen den Ereignissen in Israel und den letzten Jahrzehnten der westlichen Zivilisation. Als Botschafter Christi können wir Seine Liebe weitergeben.
HINWEISE FÜR SABBATSCHULHELFER
ZUSAMMENFASSUNG
Obwohl dem Volk Israel viele Gelegenheiten geboten wurden, Gottes Weg zu folgen, entschied es sich für den Ungehorsam und war gezwungen, die Folgen der Niederlage und der Not in einem von seinen Feinden besetzten Gebiet zu tragen.
UNTERRICHTSAKTIVITÄTEN
Gebt den Teilnehmern der Sabbatschulklasse Karteikarten und bittet sie, jeweils eine Situation aufzuschreiben, in der Gott ihnen treu gewesen ist. Sammelt die Karten ein und lest die Texte laut vor. Ladet die Gruppe ein, wiederkehrende Themen im Zusammenhang mit Gottes Treue zu identifizieren. Besprecht, wie das bewusste Erinnern an Gottes Wirken den Glauben stärkt und einer geistlichen Entfremdung vorbeugt. Fragt: „Was geschieht, wenn eine Generation aufhört, diese Geschichten zu erzählen?“ Regt die Teilnehmer dazu an, über folgende Frage nachzudenken: „Was hilft mir, mich an Gottes Treue zu erinnern?“ Lasst sie Gewohnheiten, Menschen, Traditionen oder Erlebnisse auflisten, die ihre Beziehung zu Gott lebendig halten.
RÜCKBLICK UND AUSBLICK:
Wir staunten über Gottes Bundestreue zu Seinem Volk, selbst angesichts ihrer Auflehnung. Als Nächstes werden wir betrachten, wie Gott Richter berief, um Israel gegen Bedrohungen durch benachbarte Nationen zu verteidigen.