QUARTALSTHEMA: TREUE GLAUBENSZEUGEN (Juni – August 2026)
Einheit III
11. Saulus: Vom Pharisäer zum Christen (Lektion 3 von 5)
Tagesandachten von Trisha Gerstel
SONNTAG, 9. August 2026: Psalm 36:1-9
Christen zögern manchmal, anderen von ihren Sünden zu erzählen, mit denen sie gerungen haben oder noch ringen. Wir fragen uns, wie jemand diese Informationen haben kann, ohne uns für heuchlerisch oder betrügerisch zu halten, wenn wir dann Einsichten weitergeben, die wir im Glauben an den HERRN gewonnen haben. Die Antwort auf dieses Dilemma ist eigentlich ganz einfach und ehrt Gott: Wenn wir klar sagen, dass die Veränderungen in unserem Leben nicht durch unsere eigenen Werke, sondern durch die Kraft des Heiligen Geistes bewirkt wurden, wird unsere Offenheit beim Teilen unserer Kämpfe zu einem kraftvollen Zeugnis.
MONTAG, 10. August 2026: Galater 1:13-24
Wir verstehen nicht immer, warum Gott uns in bestimmte Situationen führt. Das gilt besonders dann, wenn Er uns in Situationen bringt, für die wir uns besonders ungeeignet oder unzureichend gerüstet fühlen. Die heutige Lesung aus dem Galaterbrief erinnert uns auf wunderbare Weise daran, dass selbst wenn unsere von Gott gelenkten Umstände auf den ersten Blick etwas sinnlos – vielleicht sogar absurd – erscheinen, ein Schritt im Glauben sind. Das Vertrauen auf die Allwissenheit des HERRN und Seinen vollkommenen Plan sowie die Führung durch den Heiligen Geist werden immer zu Seiner Ehre führen. Amen!
DIENSTAG, 11. August 2026: Philipper 3:3-9
Wir geben es ungern zu, aber Menschen neigen dazu, sich in Szene zu setzen und allen zu zeigen, wie klug, stark und fähig sie sind. Doch wie Sprüche 16:18 sagt: „Hochmut führt zum Fall.“ Es ist wichtig, uns täglich daran zu erinnern, wie gering der wahre Wert unserer irdischen Errungenschaften ist und wie viel wichtiger es ist, Gott mit unseren Worten und Taten zu verherrlichen. Diese Übung stärkt nicht nur unsere Beziehung zum HERRN, sondern führt auch andere zu ihm, die unsere Demut und unser Lobpreisen erleben.
MITTWOCH, 12. August 2026: Exodus/ 2. Mose 34:5-9
Fürbittegebete sind ein wichtiger Bestandteil des christlichen Glaubens. Sie zeugen nicht nur von einem tiefen Verständnis der Liebe des HERRN zu den Menschen, Seinem Wunsch nach innigen Beziehungen und der Bedeutung, anderen die Wahrheit von Gottes Barmherzigkeit und Gnade zu verkünden, sondern sie stärken auch unseren eigenen Glauben, indem sie uns an Gottes Vollkommenheit erinnern. Sie ermöglichen es uns auch, uns vor dem HERRN zu demütigen und das zweitwichtigste Gebot – die Nächstenliebe (Markus 12:31) – zu leben, indem wir Gott bitten, für andere das zu tun, was wir uns von Ihm für uns wünschen.
DONNERSTAG, 13. August 2026: 2. Korinther 5:17-21
Für manche (vielleicht sogar viele) Christen ist es besonders schwer, die Tatsache vollends zu akzeptieren, dass wir dank des vergossenen Blutes Jesu Christi die Macht haben, Buße zu tun und uns von diesem Verhalten abzuwenden. Wir sind nicht länger Sklaven der Sünde (Römer 6:6). Satan freut sich über diesen Mangel an Glauben und nutzt ihn so oft wie möglich aus, indem er uns einredet, wir könnten uns niemals ändern und würden immer wieder in die Sünde zurückfallen. Die heutige Bibellesung ist besonders hilfreich in Zeiten, in denen es uns schwerfällt, die gewaltige Macht über die Sünde zu begreifen, die in Christi Tod und Auferstehung liegt.
FREITAG, 14. August 2026: Psalm 32
Das Wort „Grübeln“ bedeutet zwanghaftes Nachdenken über eine Idee, Situation oder Entscheidung. Es beschreibt einen anhaltenden negativen Gedankenkreislauf. Wir neigen dazu, über unsere Sünden zu grübeln – also zwanghaft darüber nachzudenken, was wir getan haben, wie wir hätten handeln sollen und so weiter. Die Lösung für dieses ungesunde Muster ist, über Gottes Vergebung nachzudenken und uns darüber zu freuen. Wenn wir über unsere Fehler grübeln, ziehen wir uns von der Welt zurück. Doch wenn wir unsere Gedanken auf Gottes Macht und Gnade richten, strahlt Sein Licht von uns in die Welt.
SABBAT, 15. August 2026: Apostelgeschichte 22:3-15
Nicht jeder erfährt ein „Damaskuserlebnis“ wie der Apostel Paulus. Doch als Christen haben wir alle eine Geschichte zu erzählen und sind berufen, das Evangelium zu verkünden und Menschen aus allen Völkern zu Jüngern zu machen (Matthäus 28:19). Gott sei Dank haben wir den Heiligen Geist, der uns vorangeht und die Herzen der Menschen vorbereitet, uns leitet, wohin wir gehen und was wir sagen sollen, sowie uns Kraft und Frieden schenkt, wenn der Weg besonders herausfordernd ist. Wenn wir der Führung des Geistes folgen, können wir darauf vertrauen, was Gott bewirken wird, wenn wir für Ihn Zeugnis ablegen.
BIBELSTELLEN:
Studientext: Apostelgeschichte 22:3-15
weiterführende Texte: –
Andachtstext: Psalm 86:1-10
Merkvers:
„Er aber sprach: Der Gott unserer Väter hat dich vorherbestimmt, seinen Willen zu erkennen und den Gerechten zu sehen und die Stimme aus seinem Mund zu hören, denn du sollst bei allen Menschen ein Zeuge für ihn sein und von dem, was du gesehen und gehört hast.“ (Apostelgeschichte 22:15-16)
KERNINHALT:
Manchmal fällt es schwer zu glauben, dass eine Veränderung bei einem Menschen echt ist. Was überzeugt uns von der Echtheit der Veränderungen, die jemand vorgibt durchgemacht zu haben? Paulus bezeugte seinen Glauben an Christus, um Christen davon zu überzeugen, dass er seine früheren Überzeugungen und gewalttätigen Übergriffe gegen Gläubige aufrichtig bereut hatte.
FRAGEN ZUM TEXTSTUDIUM:
- Warum fällt es uns manchmal schwer zu glauben, dass sich andere wirklich verändert haben? Welche Einstellungen oder Erfahrungen tragen zu dieser Skepsis bei?
- Wie beschrieb Paulus in den Versen 3-5 in Apostelgeschichte Kapitel 22 seinen Hintergrund? Welche Details belegen seine Glaubwürdigkeit als frommer Jude? Wie trug die Betonung seiner jüdischen Erziehung und seines Eifers vor der Schilderung seiner Bekehrungsgeschichte zur Glaubwürdigkeit von Paulus bei?
- Warum wählte Gott wohl gerade diese dramatische Begegnung, um Paulus zu bekehren? Was sagt das über Gottes Gnade aus (siehe 1. Timotheus 1:13-16)? Wie kann uns die Erinnerung an Gottes Gnade im eigenen Leben helfen, anderen Gnade zu erweisen?
- Welche Rolle spielte Ananias bei Paulus’ Bekehrung und Berufung? Was lehrt uns das über die Bedeutung menschlicher Zeugen in Gottes Wirken? Wer sind die „Ananias“-Figuren in deinem Leben – Menschen, die deinen Glauben bestärkt haben?
- Was bedeutet es, dass Paulus auserwählt wurde, „Seinen [Jesu] Willen zu erkennen“ und „Zeuge zu sein“ (Vers 14)? Wie kann deine persönliche Geschichte dazu beitragen, den Glauben anderer zu stärken? Wie kannst du in deinem Alltag (Schule, Arbeit, Gemeinde) ein Zeuge wie Paulus sein?
VERSTEHEN UND AUSLEBEN von Ewart McFarlane
Der Apostel Paulus durchlief eine bemerkenswerte Wandlung vom strengen Pharisäer zum führenden Verfechter des Lebens und der Lehre Jesu Christi. Die Pharisäer zählten zu Jesu schärfsten Kritikern und Gegnern. Sie propagierten eine strikte Einhaltung des Gesetzes und lehnten den Hellenismus ab, erwarteten aber gleichzeitig die kommende gerechte Herrschaft des Messias. Sie erkannten Jesus nicht als Messias an und gerieten regelmäßig mit Ihm in Konflikt über die Einhaltung des Sabbats, das Fasten, die Händewaschung und andere Angelegenheiten, die ihnen gemäß ihren Traditionen wichtig waren.
Nach seiner Bekehrung erklärte Paulus, er sei „nach der Strenge des Gesetzes unserer Väter unterwiesen“ worden (Vers 3) und habe von Jugend auf nach dieser gelebt. Dieser Eifer für das Gesetz und die Traditionen trieb Paulus an, diejenigen zu verfolgen, die an Jesus Christus glaubten. Dies führte schließlich dazu, dass er seine Berufung und seinen Auftrag erhielt, Zeuge Christi wurde und andere ermutigte, ebenfalls als Zeugen zu dienen.
PAULUS‘ BERUFUNG UND SENDUNG
Saulus (Paulus‘ hebräischer Name) war auf einer Mission, um seine pharisäischen Überzeugungen und Traditionen zu verbreiten, als er auf dem Weg nach Damaskus niedergestreckt wurde. Er wurde auch berufen und beauftragt, als auserwählter Bote den Israeliten, den Heiden und sogar Königen von dem zu berichten, was er gesehen und gehört hatte (Apostelgeschichte 9:15). Paulus‘ lebensveränderndes Ereignis kam plötzlich, als er das helle Licht auf dem Weg nach Damaskus sah. Doch in den Jahren zuvor war bereits ein Same in ihm gesät worden, da er zu Füßen Gamaliels, eines Gelehrten des jüdischen Gesetzes, aufgewachsen war. Gamaliel hatte Paulus und andere Pharisäer ermahnt, dass sie nicht gegen Gott kämpfen könnten (Apostelgeschichte 5:34,39; 22:3).
Paulus erfuhr am eigenen Leib vom HERRN, dass er sich nicht gegen den Stachel stemmen konnte (Apostelgeschichte 26:14), ohne verletzt zu werden. Auch Jeremia musste diese Erfahrung schmerzlich machen, als er sich Gott widersetzte und spürte, wie Feuer in seinen Knochen brannte (Jeremia 20:9). Der Wandel von einem Leben außerhalb Christi hin zur Berufung zum Dienst erforderte, dass ein Same gesät und gepflegt wurde. Er erforderte auch Eifer für die Angelegenheiten Gottes. Paulus und Jeremia, die diesen Eifer besaßen und in denen ein Same gesät worden war, wurden dazu geführt, Gottes Ruf in ihrem Leben anzunehmen.
Ein fehlgeleiteter Eifer kann umgelenkt werden und als Anstoß dienen, anderen zu zeigen, dass es sinnlos ist, sich dem Willen Gottes zu widersetzen. Paulus’ Bekehrung zeigt, dass jeder, der sich dem Wort und Willen Gottes direkt widersetzt, dazu gebracht werden kann, Gottes Ruf und Auftrag in seinem Leben anzunehmen. Paulus zeigte, dass er ein williges Gefäß war und nahm diesen Auftrag an, als er dem HERRN begegnete. Seine Bereitschaft führte ihn dazu, jede weitere Aufgabe anzunehmen: „Was soll ich tun, Herr?“ (Vers 10) Die Begegnung mit Gott bewirkt, dass man sich von seinen gegensätzlichen Überzeugungen abwendet. Ein williger Geist führt dazu, dass man Gottes Auftrag in seinem Leben annimmt. Paulus nahm Gottes Ruf und Auftrag an und machte sich unverzüglich auf den Weg, ein treuer Zeuge zu werden (Apostelgeschichte 9:20).
PAULUS, EIN ZEUGE FÜR JESUS
Zu Paulus’ Auftrag gehörte es, Zeuge für Jesus Christus zu werden. Sein Zeugnis beruhte nicht auf Hörensagen, sondern direkt auf dem, was er selbst gesehen und gehört hatte (Vers 15). Er war in einzigartiger Weise dazu berufen, ein wahrer Augenzeuge zu sein, da er Beweise für den HERRN gesehen und seine Stimme gehört hatte. Diese Erfahrung versetzte Paulus in die ideale Position, von dem zu zeugen, den Petrus als den Christus bezeichnete (Matthäus 16:16), den Stephanus in Herrlichkeit sitzen sah (Apostelgeschichte 7:55) und dem er selbst von Angesicht zu Angesicht begegnet war (1. Korinther 15:8). Er konnte denen Zeugnis geben, die wegen ihres Glaubens an Christus verfolgt wurden, da er selbst einer der Hauptverfolger gewesen war. So konnte er auch von der Verwandlung berichten, die er durchgemacht hatte, nachdem er ebenfalls an Jesus Christus geglaubt hatte.
Nachdem wir den Ruf und Auftrag des HERRN angenommen haben, können wir ebenso bezeugen, dass Jesus Christus der HERR ist, dass Er in Herrlichkeit thront und dass Er in unserem Leben wirkt. Kurz gesagt: Wir werden Zeugen dafür, dass Jesus Christus der HERR ist, aufgrund unserer gelebten Erfahrungen. Wir werden Zeugen für Christus, weil Er uns von der ewigen Verdammnis zum ewigen Leben verwandelt hat.
ERMUTIGT ZU DIENEN
Paulus‘ Auftrag als Diener Gottes war es, anderen Vergebung der Sünden und ein Erbe unter den Geheiligten zu schenken (Apostelgeschichte 26:18). Er hatte den Auftrag, Christus zu verkünden, damit die Gemeinde die Weisheit Gottes erkenne und andere zu Christus führe. Er äußerte gegenüber den Römern seinen Wunsch, ihnen eine geistliche Gabe zu vermitteln, um sie zu stärken (Römer 1:11). Paulus‘ Weg vom Pharisäer zum Christen ermutigte Juden und Heiden, für Christus Zeugnis abzulegen, und dient uns als Beispiel, es ihm heute gleichzutun. Wir sind berufen, einander zu ermutigen, zu erbauen und aufzubauen. Wir sind berufen, unser verändertes Leben zu nutzen, um andere vom Reich der Finsternis ins Reich des Lichts zu führen. Wir sind berufen, Menschen, die sich auf dem Weg des Verderbens befinden, zur Umkehr zu bewegen und sie zu Christus als ihrem Retter zu führen.
Viele Menschen haben vielleicht nicht eine plötzliche Wandlung erlebt wie Paulus, doch auch sie können durch unseren Dienst ein verändertes Leben erfahren, wenn sie Christus kennenlernen. So wie Paulus von Gamaliel lernte, müssen auch wir, die wir berufen und beauftragt sind, anderen lehren, dass es sinnlos ist, Gottes Ruf zu widerstehen. Nachdem wir in das Herz eines Menschen einen Samen gesät und seine Hinwendung zu Christus erlebt haben, sollten wir ihn darin bestärken, seinen Auftrag anzunehmen, so wie Ananias es für Paulus tat (Apostelgeschichte 22:14). Nachdem Paulus seinen Auftrag erhalten hatte, bezeugte er weiterhin allen Menschen, ob klein oder groß, alles, was ihm offenbart worden war (Apostelgeschichte 26:22).
Paulus‘ Wandlung vom Pharisäer zum Christen änderte nichts an seinem Eifer für Gott; sie veränderte lediglich seine Lebensrichtung. Andere aus der Finsternis ins Licht zu führen, muss auch zu einem veränderten Leben für Christus führen. Dazu müssen wir selbst ein verändertes Leben führen, das andere sehen und dadurch dazu bewegt wird, den Vater im Himmel zu preisen.
HINWEISE FÜR SABBATSCHULHELFER
LERNZIELE:
- Erkenntnis gewinnen: Erzählt die Geschichte von Paulus‘ Berufung und Beauftragung nach und arbeitet dabei die Ähnlichkeiten und Unterschiede zu eurer eigenen Geschichte der Bekehrung und Jüngerschaft heraus.
- Liebe üben: Feiert die Zeugen Christi, welche euch auf euren jeweiligen Weg mit Christus ermutigt haben.
- Dienen: Entwickelt Wege, Zeugnis für Christus abzulegen, damit andere ermutigt werden, Ihm zu dienen.
UNTERRICHTSAKTIVITÄTEN
Seid den Sabbatschulteilnehmern behilflich, Paulus’ Wandlung mit ihrem eigenen Lebensweg zu verknüpfen, indem ihr ihnen ein einfaches dreispaltiges Format anbieten: Leben vor Christus – Begegnung mit Christus – Leben nach Christus. Lasst sie Paulus’ Geschichte aufzeichnen und anschließend ihre eigene Geschichte reflektieren und aufzeichnen. Listet praktische Möglichkeiten auf, wie man im Alltag Zeugnis ablegen kann. Bittet die Teilnehmer anschließend, eine konkrete Handlung auszuwählen, die sie diese Woche umsetzen möchten. Ladet sie zum Abschluss ein, für eine Person zu beten, die eine echte Veränderung braucht, und um Mut zu bitten, ihre eigene Geschichte zu erzählen.
RÜCKBLICK UND AUSBLICK:
Paulus‘ Zeugnis verdeutlichte den Wert von Transparenz hinsichtlich unserer Veränderung. Anschließend fordert Paulus gemeinsam mit Timotheus uns dazu auf, die Einflüsse in unserem Leben zu hinterfragen.