26. Juli – 1. August 2026 – Thomas, der aufrichte Zweifler (9)

QUARTALSTHEMA: TREUE GLAUBENSZEUGEN (Juni – August 2026)

Einheit III

9. Thomas, der aufrichtige Zweifler (Lektion 1 von 5)

Tagesandachten von Trisha Gerstel

SONNTAG, 26. Juli 2026: Jesaja 55:6-11

Es ist nicht einfach, den „schmalen Pfad“ zu gehen. Jesus selbst sprach davon, ein Kreuz auf sich zu nehmen (Matthäus 16:24). Es wird umso schwieriger, wenn wir keine Zeit mit Gott verbringen. Es ist das Wirken des Heiligen Geistes, uns auf diesem Weg zu begleiten. Als Christen müssen wir bewusst den HERRN suchen – die Bibel lesen und im Gebet mit Gott sprechen. Diese Aktivitäten öffnen unseren Verstand und erweichen unser Herz, sodass der Heilige Geist uns die Feinheiten von Gottes Gnade, Liebe, Vollkommenheit und Macht offenbaren kann. Auf all das stützen wir uns auf unserem Weg zum Leben (Matthäus 7:14).

MONTAG, 27. Juli 2026: Judas 20-25

Menschen neigen zu vielen unerwünschten (sündhaften) Charakterschwächen. Doch die verurteilende Haltung gegenüber anderen ist wohl diejenige, mit der die meisten am meisten zu kämpfen haben. Wenn wir uns dabei ertappen, wie wir verurteilende Gedanken hegen, hilft es, sich an eine Wahrheit aus dem heutigen Abschnitt zu erinnern: „Dem, der dazu fähig ist“ (Vers 24, Hervorhebung hinzugefügt). Allein der HERR ist vollkommen, und auch wenn unser „Straucheln“ anders aussehen mag als das anderer Menschen, so ist es nicht weniger verhängnisvoll. Wir werden durch dieselbe Gnade gerettet, die allen zuteilwird; nicht, weil wir sie verdienen, sondern aufgrund von Gottes unendlicher Liebe.

DIENSTAG, 28. Juli 2026: Johannes 14:1-7

Gott zu hinterfragen ist weder neu noch ungewöhnlich, und wir sollten uns dafür auch nicht schämen. Der HERR lebte als Mensch auf Erden. Somit kennt Er die Versuchungen, denen wir ausgesetzt sind, genau (Hebräer 4:15) und hat Mitgefühl mit uns, weil wir Seine Erhabenheit nicht vollständig begreifen können. Wenn Fragen in unseren Gedanken auftauchen (was unweigerlich der Fall sein wird), ist es ein Akt des Glaubens, die Bibel aufzuschlagen, niederzuknien und Gott zu bitten, uns daran zu erinnern, wer Er ist, was Er getan hat und was Er verheißen hat zu tun. Diese Erkenntnisse sollten wir dann mit anderen teilen.

MITTWOCH, 29. Juli 2026: Psalm 50:7-15

Es ist verlockend, unser Christentum anhand einer Prüfliste zu bewerten, da dies unseren Erfolg bei der Erfüllung all der Aufgaben, zu denen Christen berufen sind, effektiv misst (beispielsweise Gottesdienst besuchen: erledigt; Bibel lesen: erledigt; den Armen spenden: erledigt…). Die heutige Lesung erinnert uns daran, warum dieses Vorgehen unzureichend ist (und uns oft das Gefühl der Unzulänglichkeit vermittelt, wenn wir es zwangsläufig nicht immer schaffen, alle Punkte abzuhaken). Gott wünscht sich von uns eine Beziehung zu ihm, keine Liste zum Abhaken. Paradoxerweise sind wir, wenn wir diesem Wunsch folgen, offener dafür, dass der Heilige Geist uns zu den von Gott gegebenen Taten führt, zu denen Christen berufen sind.

DONNERSTAG, 30. Juli 2026: Deuteronomium/ 5. Mose 4:27-31

Die überwiegende Mehrheit von uns verbringt viel Zeit – vielleicht sogar den Großteil – unter Nichtgläubigen. Täglich sind wir mit Situationen konfrontiert, die uns leicht von Gott abbringen und uns weltlichen Gedanken und Handlungen zuwenden könnten. Es überrascht daher nicht, dass der beste Schutz für unser Herz auch ein starkes Zeugnis für unsere Mitmenschen ist. Wenn wir uns bewusst dafür entscheiden, mit dem HERRN verbunden zu bleiben und nach Seinem Willen zu handeln, gerade auch inmitten von Nichtgläubigen, wird unsere Entschlossenheit gestärkt und unser Glaube erhellt die Dunkelheit der Welt.

FREITAG, 31. Juli 2026: Johannes 20:19-23

Es versteht sich von selbst, dass wir nicht in der Lage sind, geistliche Vergebung zu schenken. Das ist eine Aufgabe, die allein unserem vollkommenen Gott zukommt, der allein würdig ist, zu richten. Als Christen können wir jedoch in unserem Alltag göttliche Vergebung vorleben. Wenn wir die andere Wange hinhalten und anderen ihre Verfehlungen vergeben, bietet sich uns die Gelegenheit, ihnen nicht nur zu erklären, warum wir so handeln, sondern auch Zeugnis abzulegen von dem Einen, der uns die Kraft gibt, unsere fleischlichen Begierden abzulegen und auf dem Weg der Gerechtigkeit zu wandeln.

SABBAT, 1. August 2026: Johannes 20:24-29

Die von Gott geleitete Selbstprüfung ist ein wesentlicher Bestandteil des christlichen Lebens. Ohne sie leiden mit ziemlicher Sicherheit unsere Beziehung zu Gott und unser Zeugnis für andere. Als Christen sollten wir uns regelmäßig Zeit nehmen, mit Gott in Kontakt zu treten, Ihn zu bitten, uns die Schwächen und Schwachstellen unseres Glaubens aufzuzeigen und uns zu Handlungen zu führen, die unsere Beziehung zu Ihm stärken. Indem wir uns von Gott auf diese Weise formen lassen, wird unser Glaube gestärkt, unser Herz verändert und unser Leben die Botschaft des Evangeliums in eine leidende Welt tragen.

Scripture Passages:

Studientext: Johannes 11:14-16; 14:5-8; 20:24-29; 21:1-2

weiterführende Texte: –

Andachtstext: Psalm 91:1-6

Key Verse:

„Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“ (Johannes 20:27)

Heart of the Lesson:

Viele Menschen suchen angesichts von Zweifeln nach stichhaltigen Beweisen. Welche Beweisquelle ist überzeugend genug, um unsere Zweifel auszuräumen? Johannes berichtet, dass Thomas‘ Zweifel nach der Beweisführung durch Jesus ausgeräumt und sein Glaube wiederhergestellt wurden.

Questions for Studying the Text:

  1. Was veranlasst dich, an Gott oder einem Glauben zu zweifeln? Welche Gefühle erlebst du, wenn du zweifelst?
  2. Was offenbart Thomas’ Aussage in Johannes 11:16 über seine Bereitschaft, Jesus selbst in Gefahr zu folgen? Wie prägt seine Bereitschaft hier unser Verständnis seines späteren Zweifels?
  3. Was offenbart Thomas’ Frage in Johannes 14:5 über seine Persönlichkeit und seine Einstellung zum Glauben? Wie verhält sich sein Wunsch nach Beweisen zu anderen biblischen Beispielen von Menschen, die Gott um Bestätigung baten (siehe Richter 6:36-40; Lukas 1:18; Johannes 6:30)?
  4. Warum könnte Thomas physische Beweise für Jesu Auferstehung verlangt haben? Was sagt Jesu Antwort in Johannes 20:27 über Seine Haltung gegenüber ehrlichem Zweifel aus?
  5. Inwiefern weist Jesu Aussage in Johannes 20:29 auf zukünftige Gläubige hin, die Ihn nicht leibhaftig sehen würden (1. Petrus 1:8-9; 2. Korinther 5:7)? Welche Rolle spielt Thomas im größeren Zusammenhang der Jünger, die lernen, zweifeln, glauben und schließlich Zeugnis ablegen?
  6. Was können wir von Thomas darüber lernen, wie man auch in Zeiten des Zweifels mit der Gemeinschaft der Nachfolger Jesu verbunden bleibt? Wie kann das Teilen des eigenen Glaubensweges – einschließlich Fragen und Schwierigkeiten – andere in ihrem Glauben bestärken?

Understanding and Living - Isaac Floyd

VERSTÄNDLICHER ZWEIFEL

Immer wenn der Name Thomas von einem Prediger erwähnt wird, ist er eng mit einem einzigen Ereignis in seinem Leben verbunden. Und zwar mit dem wohl bemerkenswertesten, da es der einzige Fall war, in dem ein Apostel die Auferstehung Christi scheinbar kategorisch ablehnte. Aus diesem Grund trägt Thomas den Beinamen „Der ungläubige Thomas“. Mir erscheint das irreführend. Die wichtigste Eigenschaft, die ich bei Thomas in der Heiligen Schrift sehe, ist Vernunft, nicht Zweifel.

Als bekannt wurde, dass die Pharisäer nach einem Vorwand suchten, Christus anzugreifen, sagte Thomas: „Lasst uns auch gehen, damit wir mit ihm sterben.“ (Johannes 11:16) Er fragte Jesus, wie er Ihm zum Haus Seines Vaters folgen könne. Es ist verständlich, dass ein Jünger Christi Ihm bis in den Tod folgt, genauso wie es verständlich ist, Jesus zu fragen, wie Er an die geheimnisvollen Orte gelangen kann, an die Er geht. Im Gegensatz dazu sind die anderen Apostel für weitaus peinlichere Dinge bekannt: Petrus’ Arroganz und Verleugnung, Jakobus’ und Johannes’ Bereitschaft, „Feuer vom Himmel herabzurufen“, ganz zu schweigen von Paulus’ Vergangenheit voller Mord und Gewalt. Insgesamt vermerken die Autoren des Neuen Testaments alle Schwächen der Apostel. Das Schlimmste, was uns von Thomas überliefert ist, ist seine Ablehnung, die im Kontext betrachtet jedoch nachvollziehbar erscheint.

Im Judäa des ersten Jahrhunderts gab es unzählige Menschen, die behaupteten, der Messias zu sein. Das ist typisch, wenn ein Volk, das seit Generationen auf einen Messias wartet, von einem unterdrückenden Volk erobert wird. Die Unterdrückten suchen nach einem Messias, der sie von der Besatzung befreit, und halten sich mitunter selbst für diesen. Zudem kannte die damalige jüdische Theologie kein Konzept eines sterbenden Messias (geschweige denn eines auferstandenen), weshalb Thomas’ Zweifel durchaus berechtigt erscheint. Ich selbst wäre wohl ebenso skeptisch gewesen.

Zweifel und Vernunft schließen sich nicht aus. Sie können nebeneinander bestehen. Das sehen wir in Markus 9:24, als der Sohn eines Vaters von einem Dämon besessen war. Der Vater sagte: „Ich glaube, Herr; hilf meinem Unglauben!“ Thomas machte seine Zweifel deutlich und sagte etwas Ähnliches: „Wenn ich nicht die Nägelmale an seinen Händen sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, werde ich nicht glauben.“ (Johannes 20:25) Auf unterschiedliche Weise sagten beide Männer: „Mein jetziger Unglaube wird sich auflösen, wenn der HERR auf eine bestimmte Weise handelt.“ Das ist kein Versuch, Gott zu prüfen, sondern Ehrlichkeit.

Genauso können wir angesichts scheinbar unüberwindlicher Hindernisse berechtigte Zweifel hegen. Angesichts von Armut ist es verständlich, an Gottes Fähigkeit zu zweifeln, uns zu ernähren. Angesichts von Krankheit ist es verständlich, an Gottes Heilkraft zu zweifeln. Das mag nicht ideal sein, aber es bleibt berechtigt. Wie reagiert Christus auf berechtigte Zweifel?

VERNÜNFTIGE BEWEISE

Einfach ausgedrückt: Jesus begegnet begründeten Zweifel mit stichhaltigen Beweisen. Im Fall des besessenen Kindes befreite Er es von der Unterdrückung. Im Fall von Thomas erfüllte Jesus genau dessen Kriterien; Seine Hände, Füße und Seite wurden ihm zur Begutachtung vorgelegt. Thomas antwortete mit dem größten Bekenntnis zu Christi Göttlichkeit: „Mein Herr und mein Gott!“ (Vers 28)

Es sei hinzugefügt, dass dies Christi Gnade gegenüber denen ist, die begründete Zweifel haben. Christus ist nicht verpflichtet, uns so zu dienen, dass wir niemals zweifeln, aber es ist Seine Gnade, die uns in unseren Zweifeln beisteht. Genau das betonte Christus in seiner Antwort an Thomas: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du? Selig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben!“ (Vers 29)

Physische, sichtbare Beweise sind für den Glauben an Christus nicht notwendig. Das Zeugnis der Apostel genügt. Zusätzliche Beweise werden uns aus Gnade zuteil, damit der Glaube leichter reifen kann. Dies sind vernünftige Beweise, die in uns einen vernünftigen Glauben wecken.

VERNÜNFTIGER GLAUBE

Zu lange schon hat unsere Kultur unerwünschte Kommentare zu unserem christlichen Leben abgegeben. Eine Methode dafür ist die ständige Wiederholung des Mantras „Glaube ist das Gegenteil von Vernunft“. Das ist eine Erfindung; sie entbehrt jeder Grundlage in der Realität. Der Begriff „Glaube“ im biblischen Kontext bezieht sich auf Vertrauen als Antwort auf Gottes Wirken. Glauben als bloßen „grundlosen Glauben“ abzutun, bedeutet, das Wirken des HERRN zu unter Wert zu verkaufen. Gerade im Zusammenhang mit Zweifeln ist es wichtig, dies zu betonen, denn es gibt Bereiche in unserem Leben, in denen uns die Kraft fehlt, die bereits genannten Gründe in uns Glauben (oder Vertrauen) wecken zu lassen. Gott hilft uns durch Seine Gnade, indem Er uns weitere Gründe schenkt, Ihm zu vertrauen.

Wenn wir zum Beispiel an Gottes Vorsehung zweifeln, sorgt Er dafür. Wenn wir an Seiner Liebe zweifeln, versorgt er uns mit liebevollen Menschen in unserem Leben. Wenn wir an Gottes Berufung zweifeln, liefert Er einen Grund, zu unseren Berufungen zu gehören. Wenn uns mehr Gründe gegeben werden, Glauben zu haben, werden wir zu vernünftigen Menschen.

VERNÜNFTIGE MENSCHEN

Vernünftige Menschen sind das beste Gegenmittel gegen berechtigte Zweifel. Sie verstehen, dass die richtige Reaktion auf Zweifel nicht Scham oder Erstaunen ist, sondern die Einladung, ein Leben im Streben nach Gottes Gründen zu führen. Wenn wir mit unseren eigenen Zweifeln konfrontiert werden, lasst uns die Ehrlichkeit und Klarheit des Thomas bewahren. Lasst uns nicht versuchen, Gott auf die Probe zu stellen, Ihn zu etwas zu zwingen, was Er nicht getan hat oder ganz offensichtlich nicht tun wird; sondern lasst uns offen darüber sprechen, was uns an Gott zweifeln lässt. Ladet Gott immer in eure Zweifel ein, damit Er das Werk vollbringen kann, das nur Er vollbringen kann. Wenn ihr Menschen mit berechtigten Zweifeln begegnet, nehmt euch das Beispiel Christi zu Herzen und seid bestrebt, ihnen die uns gegebenen Gründe aufzuzeigen und ihnen zu helfen, weiter zu suchen. Dies ist die Grundlage des Glaubens: die Erkenntnis von Jesu fortwährendem Wirken durch Seine Gnade und Sein Volk.

HINTS FOR TEACHING:

LESSON GOALS:

  1. Erkenntnis gewinnen: Beurteilt Thomas‘ Rolle im Modell einer christlichen Jüngerschaft, das von einem treuen Zeugen zum nächsten weitergegeben wird.
  2. Liebe üben: Betrachtet die Role des Zweifelns und Hinterfragens für den eigenen Glauben.
  3. Dienen: Übt, euer Glaubenszeugnis an andere Menschen weiterzugeben.

TEACHING ACTIVITY:

Bittet die Sabbatschulteilnehmer, Fragen oder Zweifel aufzuschreiben, die im Zusammenhang mit dem Glauben aufreten, mit denen viele Menschen zu kämpfen haben. Sammelt die Texte ein, lest sie laut vor und besprecht anschließend, wie Thomas’ Geschichte zeigt, dass Fragen zu einem tieferen Glauben führen können, anstatt zu einer Ablehnung. Bittet die Teilnehmer, den Satz „Aufgrund dessen, was ich von Gott gesehen habe, glaube ich…“ zu vervollständigen und ihn mit einem Partner oder einer Partnerin zu teilen. Betont, dass ein Zeugnis oft mit einer ehrlichen Erfahrung beginnt. Ermutigt die Teilnehmender, eine Person zu benennen, die möglicherweise mit Glaubensfragen ringt, und sich darauf vorzubereiten, ihr in der kommenden Woche ein kurzes ermutigendes Zeugnis zu geben.

Looking Forward

Von Thomas haben wir gelernt, Zweifel anzunehmen, damit sie unseren Glauben stärken. Die Geschichte von Stephanus wird uns nun herausfordern, bereit und willens zu sein, unseren Glauben zu verteidigen.

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